Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time
Verfasst: Do 6. Aug 2026, 19:07
Kapitel 17 – Ein richtig dummer Plan:
Julian konnte nicht vermeiden, dass er laut aufschrie als er dieses Mal im neuen Zyklus wieder erwachen sollte. Diese Schmerzen waren einfach selbst nach dem tausendsten Mal absolut unerträglich. Nur sehr langsam gewöhnte er sich daran. Das musste er aber, denn es gab viel wichtigere Probleme um die er sich dringend kümmern musste. Wo befand er sich? Offensichtlich in einem Bett, so viel konnte er alleine durch das Liegegefühl sagen. Schnell dachte Julian an die Sonne und aktivierte so den Arm-Panzer den er immer noch am linken Arm trug. Die holographische Projektion einer Sonne erhellte das Innere des Raums ausreichend, dass Julian erkennen konnte, dass es sich immer noch um seinen Miet-Transporter handelte. Das Militär war offensichtlich auch noch nicht da und so entschied sich Julian das Vehikel schnell durch die Schiebetür zu verlassen, bevor die ersten Soldaten eintreffen könnten. Und tatsächlich konnte er die ersten Soldaten bereits um die Ecke stürmen sehen, als er draußen war. Schnell nahm Julian sich Deckung an der Frontseite seines Fahrzeugs, wo sie ihn nicht sehen konnten und entschied dann schnell aber möglichst leise zum nächsten Vehikel zu schleichen und von dort weiter zum übernächsten.
„AUFMACHEN!!! SOFORT!!!“, konnte er einen der Soldaten wie beim letzten Mal autoritär ausschreien hören, während er weiter zum nächsten Vehikel schlich und weiter versuchte Abstand zu den Soldaten zu gewinnen. Er konnte hören wie sie die Tür gewaltsam mit einem Brecheisen öffneten und dann das Fahrzeug stürmten.
„Er ist nicht hier, Sir!“, konnte er dann einen der Soldaten ausrufen hören.
„Ausschwärmen! Über das gesamte Gelände wenn nötig! Lasst ihn nicht entkommen!“, antwortete ein weiterer im Befehlston und Julian wurde schnell klar, dass er nicht die Zeit hatte sich von einem Fahrzeug zum anderen zu schleichen. Die Armee würde ihn trotzdem finden. Er brauchte einen anderen Plan. Kämpfen? Nein, das war eine echte Kackidee. Schnell flüchten? Nein, genauso kacke. Die würden ihn erschießen bevor er auch nur ansatzweise vom Festival-Gelände runter kommen würde. Schnell entschied Julian den Fabrikator seines Arm-Panzers zu benutzen und ein Plasma-Gewehr aus einer der Felgen der Autos herstellen zu lassen. Dieses Mal würde er sich zumindest verteidigen, wenn er das glaubte zu müssen. Dann schlich er weiter zum nächsten Fahrzeug, ebenfalls ein Transporter, der ihm guten Sichtschutz bieten würde und leider dann aber auch für eine weitere Strecke das letzte wäre, denn nun folgte ein breiter Zwischenraum, der als Zufahrtsstrecke für die Stellplätze auf dem Festival diente. Immer wieder stürmten Soldaten an seiner Deckung vorbei. Nun kam es auf den richtigen Moment an, den Julian jetzt meinte gefunden zu haben. Noch ein Blick nach rechts und einer nach links. Als er jedoch losstürmen wollte packte ihn jemand an beiden Schultern und zog ihn zunächst zurück in die Deckung. Als Julian laut aufschreien wollte, war ihm das nicht möglich, da dieser Jemand nun auch die Hand über seinen Mund hielt. Anhand des Aussehens der Hände und des Körperbaus hatte Julian bereits erkannt, dass es sich um eine Frau handeln musste und daher überraschte es ihn erstaunlich wenig als er sich nach ihr umdrehte und sah, dass es sich um Christina handelte. Diese nahm schnell ihre Hand von seinem Mund und hielt sich schnell als Geste für Julian, dass er ruhig sein sollte den Zeigefinger vor ihren Mund. Julian hatte genauso schnell verstanden und nickte zustimmend. Dann gab Christina ihm ein Handzeichen, dass er ihr folgen sollte, was er schnell tat. Christina führte ihn in die Gegenrichtung zu seinem eigentlichen Ziel, das der offizielle Ein- und Ausgang des Festivals war. Immer wieder stoppten sie und ließen Soldaten-Gruppen passieren, bevor sie weiter gingen. Tatsächlich hatte Christina ihn an eine offene Stelle in der Umzäunung geführt, durch die sie beide völlig unbemerkt das Festival-Gelände verlassen konnten und nun zusammen unterwegs in den Wald waren.
Immer tiefer drangen sie beide in den Wald vor, der auch immer dichter und schwieriger zu durchqueren wurde. Das Militär hatte sie nicht bemerkt und folgte ihnen auch nicht weiter. Für Julian war es jedoch nur eine Frage der Zeit bis ihnen auffallen würde, dass weder Julian noch Christina an den Orten sein sollten, an denen sie vom Militär vermutet wurden. Für den Moment waren sie jedoch sicher hier und entschieden sich, sich entkräftet mit dem Rücken an jeweils einen Baum zu setzen und erst einmal tief durchzuatmen.
„Ich danke dir… Ich weiß nicht ob ich das ohne deine Hilfe geschafft hätte“, kommentierte Julian dann entkräftet.
„Wenn du auf mich und die anderen beiden gehört hättest, wäre das gar nicht erst nötig gewesen“, antwortete Christina und Julian sackte innerlich kurz in sich zusammen, da ihm klar wurde, dass sie absolut recht hatte. „Was war denn jetzt da unten los?“, fragte sie dann wesentlich verständnisvoller als Julian sehr lange geschwiegen hatte.
„Es war eine Falle. Leutnant Palmer war nicht dort unten. Er war immer noch in der Basis. Wenn wir an ihn heran kommen wollen, müssen wir dort noch einmal rein... Irgendwie…“, erklärte Julian dann.
„Ja, aber die Aliens sagten, dass es sich um einen Angriff dieser Tentakel-Monster handeln würde und dass sich ein, warte kurz... Ein Dimensionaler Riss gebildet hätte…“, warf Christina verwirrt und unsicher wegen der wissenschaftlichen Details ein.
„Das ist der Teil, der mich auch noch sehr verwirrt dabei. Anscheinend kann das Militär diese Mistviecher her rufen. Aber sie können sie wohl noch nicht kontrollieren. Wieder etwas, das uns wahrscheinlich Leutnant Palmer genauer sagen könnte, wenn wir nur irgendwie an ihn heran kämen“, antwortete Julian niedergeschlagen. „Was ist mit Kim und Sandra und ihren Erinnerungen?“, fragte er dann noch einmal nach, aber bereits an ihrem Kopfschütteln konnte Julian die bevorstehende negative Antwort erkennen.
„Sie haben wohl scheinbar alles versucht, aber nichts hat funktioniert. Ganz am Ende wollten sie so ein Gerät in dem Raum aufstellen in dem wir dich gefunden hatten… Ich glaube sie nannten es einen Chronoton-Anker oder so ähnlich… Und meinten dass das vielleicht helfen würde, weil du dann da an dieser Stelle wieder aufwachen würdest oder so ähnlich. Aber leider hat der Zyklus geendet bevor sie es hatten starten können“, erklärte Christina ihre Reaktion nun auch noch und Julian brach weiter innerlich zusammen. Jetzt hatte er auch noch Kim und Sandra verloren… Schon wieder. Und dieses Mal war es auch noch durch sein eigenes Versagen. Er wusste nicht wie lange er diesen Zustand noch ertragen könnte und er war sich unsicher ob er fähig war diese Konsequenzen zu tragen, die sein Handeln gerade gehabt hatten.
„Gottverdammt! Ich hab´s verkackt!“, rief er dann wütend aus und schlug einmal mit der Faust auf den weichen Moosboden. „Ich bekomme auch wirklich gar nichts auf die Reihe. Ich bin zu blöd für wirklich alles… Ich…“, sprach er dann weiter und konnte nicht vermeiden, dass er in Verzweiflungstränen ausbrechen sollte. „Ich bin einfach ein beschissener, kleiner Vollversager… Ich…“, brachte er dabei noch zwischen seinen Schluchzern heraus als er plötzlich Christinas sanften Griff an seiner Hand fühlte. Sie hatte sich ferner vor ihm platziert und sah ihm nun direkt in die Augen. Himmel war diese Frau so wunderschön.
„Julian, bitte… Du kannst mir eine Sache glauben… Ich hätte dich niemals angesprochen und mich dir mit der Sache mit dem Time Loop anvertraut, wenn ich dich auch nur im Ansatz für einen Versager halten würde“, sagte sie dann sehr zu Julians Verwirrung. Er wusste überhaupt nicht wie er reagieren sollte. Noch dazu kam, dass er gerade wirklich jedes kleine bisschen Selbstkontrolle aufbringen musste um nicht etwas gefährlich dummes zu tun. Ein Rascheln im Wald riss sie beide aus dem Moment und lenkte die gesamte Aufmerksamkeit der beiden wieder auf die Gesamtsituation bei der sie immer noch auf der Flucht vor dem Militär waren. Selbst wenn es sich lediglich um ein Tier gehandelt hatte, sie konnten es unmöglich riskieren.
„Wir müssen weiter“, kommentierte Christina nun und Julian nickte zustimmend, bevor sie beide wieder aufstanden und sich weiter durch den Wald kämpften.
„Und als nächstes müssen wir irgendwie zuerst Kim und Sandra überzeugen uns zu helfen und dann die Aliens“, sprach Julian dann plötzlich.
„Das klingt so als hättest du einen Plan…“, kommentierte Christina.
„Den hab ich, aber der wird keinem von uns wirklich gefallen“, antwortete er.
„Das sehen wir dann. Überlass deine beiden besten Freundinnen mir“, sagte sie, während sie beide eine Straße erreichten und dieser vorsichtig zu folgen begannen. Immerhin nutzte auch das Militär diese Wege und wenn sie nicht aufpassten könnten sie gerade dort gefunden werden.
Tatsächlich sollte alles gut gehen und sie das nächste Dorf ohne größere Zwischenfälle erreichen. Von dort aus stahlen sie beide ein Auto, dass Christina mit Hilfe der Alien-Technologie in ihrem Arm-Panzer gehackt hatte. Eines dieser fortschrittlichen Elektro-Autos, ein Tesla oder sowas. Julian kannte sich mit dieser Sorte Vehikel überhaupt nicht aus.
„Du musst mir unbedingt zeigen, wie du das hinbekommen hast“, kommentierte Julian dennoch bevor er auf der Beifahrer-Seite einstieg und Christina fahren ließ. Auch diese Fahrt verlief erstaunlicher Weise ohne Zwischenfälle mit dem Militär und sie erreichten Kim und Sandras Unterkunft, wo Christina sehr schnell die beiden mit Hilfe von holographischen Projektionen aus ihrem Arm-Panzer, Voraussehen ihrer Handlungen und einer guten Portion eines selbstbewussten aber sehr freundlichen Auftritts von der Wahrheit überzeugt hatte. Schneller als Julian es jemals hätte können. Wäre Christina weniger hübsch gewesen, wäre er wahrscheinlich auch schrecklich neidisch geworden. Nun war es jedoch an der Zeit seinen Plan zu erklären und den dreien zu offenbaren.
„Julian! Das ist wirklich das dümmste das jemals jemand für mich tun wollte!“, rief Christina schockiert aus.
„Bist du wirklich sicher, dass du dich sowas nochmal aussetzen willst?“, fügte Sandra schnell an.
„Und überhaupt. Das kommt gar nicht in Frage, Julian! Wir finden einen anderen Weg“, kommentierte nun auch noch Kim.
„Und wie genau sollte der aussehen? Wir haben nur diese eine Möglichkeit. Es ist der einzige Weg an Palmer heran zu kommen. Und wenn wir ihn haben werden wir dem ganzen hier ein Ende setzen“, sagte Julian nun erstaunlich selbstsicher für seine Zwecke. Er hatte das Gefühl genau zu wissen was er da gerade tat.
„Und wenn der schlimmste Fall eintritt?“, warf nun dennoch eine unglaublich besorgte Christina ein.
„Dann werdet ihr drei da sein und mich raus holen“, antwortete Julian erneut äußerst selbstsicher.
„Ich weiß ja echt nicht… Von dem was du erzählst her scheint es wirklich der einzige Weg zu sein, aber der Plan ist irgendwie so… richtig dumm und setzt dich ganz alleine schlimmsten Höllenqualen aus wenn er schief geht“, kommentierte Sandra noch einmal.
„Ist mir immer noch lieber als dass ich eine von euch Dreien diesen Qualen aussetzen würde“, antwortete Julian darauf und unerwarteter Weise erhielt er darauf keine Antwort. Aber was hätten sie darauf auch antworten können? „Ich möchte auf gar keinen Fall je wieder, dass jemand der mir etwas bedeutet darunter leiden muss, dass ich mal wieder irgendwelchen Mist gebaut hab“, erklärte er sich dann leise noch weiter.
Huh? Was war denn nun geschehen? Der Zyklus hatte sich neu gestartet und Julian fand sich in seinem Bett im Transporter wieder. Aber wieso? Hatte ihn jemand getötet ohne dass Julian es bemerkt hatte? War es einer von diesen Dreien gewesen? Spielte es überhaupt eine Rolle? Lautstark begann Julian drauf los zu lachen, da ihm das alles gerade wirklich zu viel wurde. Jetzt war eine seiner drei Freundinnen auch noch eine Serien-Killerin oder wie? Julian hatte gar nicht mal richtig mitbekommen wie Soldaten die Seitentür aufgerissen hatten und ihn auf den Boden schleuderten. Er ließ einfach alles ohne jeden Wiederstand über sich ergehen. Auch dass man ihn einfach wieder in die Militär-Basis zurück brachte ließ er einfach über sich ergehen. Er lachte lediglich hin und wieder ein wenig verstandlos über alles. Ansonsten starrte er einfach in die Leere, so wie er das letzte Mal schon getan hatte als ihn das Militär in seiner Gewalt hatte. Mittlerweile waren sie in der Basis angekommen und Julian wurde aus dem Geländewagen geholt, der sie dorthin gebracht hatte. Nur langsam schlossen sich die gewaltigen Tore der unterirdischen Basis und besiegelten Julians Schicksal. Nun würde er für immer ein Versuchsobjekt des Militärs sein. Aber das war ihm egal. Vielleicht war es ein Weg hier raus. Ein Weg aus diesem sich immer und immer und immer wieder wiederholenden Weltuntergang. Drei Soldaten bewachten ihn mit bereiten Sturmgewehren. Darauf ihn mit Kabelbindern zu fesseln hatte man offensichtlich wegen seines geringen Wiederstandes verzichtet. Anscheinend warteten sie dort am Eingang auf etwas. Und als sich plötzlich Oberst Kurzmann und Leutnant Palmer durch das geordnete Chaos im Eingangsraum kämpften, wusste selbst Julian worauf sie gewartet hatten. Das Problem war jedoch einfach dass es ihm völlig egal war. Genauso wie es ihm egal war, dass sich Oberst Kurzmann äußerst provokativ vor ihm platzierte und versuchte einen tiefen Blick in seine Augen zu bekommen. Julian behielt seinen Blick in die Leere einfach weiter bei und reagierte nicht auf den Oberst.
„Was stimmt denn mit dem nicht?“, warf er dann äußerst irritiert ein.
„Das kann ich leider auch nicht so genau sagen, Sir. Aber wenn sie wünschen, kann ich es versuchen heraus zu finden, Sir“, antwortete Palmer schnell.
„Nein, Nein. Schon gut Palmer. Es interessiert mich nicht wirklich warum diese beschissene, kleine Schneeflocke hier sich aufführt als ob sie schon tot wäre. Wird sie bestimmt ohnehin bald sein“, kommentierte Kurzmann dann und sah Julian noch einmal skeptisch ins Gesicht, als würde er nicht glauben, dass Julians Zustand real wäre. „Nun… Ich denke dann, es handelt sich um ihr Versuchsobjekt, Leutnant Palmer“, sagte er dann und Palmer bestätigte schnell mit einem Salutieren und einem lautstarken „Sir!“, bevor er sich Julian ebenfalls noch einmal genau ansah.
„Bringen sie ihn zunächst in den Chronoton-Abschirmungs-Raum. Ich werde ihnen Bescheid geben, wenn sie ihn von dort aus in den Kristall-Raum verlegen sollen“, befahl nun Leutnant Palmer an die drei Soldaten, die Julian bewachten, welche ebenfalls mit einem lautstarken „Sir!“ bestätigten und dann Julian links und rechts am Arm packten um ihn in den leeren, sterilen Raum zu bringen in dem Julian schon zuvor viel mehr Zeit verbracht hatte als es ihm lieb gewesen war. Nur noch diese kurze Wartezeit und dann wäre bald alles vorbei.
Julian hatte erneut jedes Zeitgefühl in diesem viel zu kleinen Räumchen verloren. Dieses Mal hatten sie ihm nicht einmal diese Schiebeliege darin platziert. Nicht einmal einen Stuhl oder einen Tisch oder irgendetwas anderes, was ihm sein Dasein in irgendeiner Weise angenehmer hätte gestalten können. Nein, dieses Mal waren es nur er und dieser sterile Raum. Wie gut, dass ihm das alles eigentlich vollkommen egal war, so konnte es ihn auch nicht treffen. Er hatte sich lediglich auf den blanken Boden gesetzt, wo er verstandlos vor sich hin kicherte und in die Leere des Raumes starrte. Sein Vater hatte es immer gewusst. Er hatte immer gewusst, dass Julian kein gutes Ende nehmen würde und nun würde er offensichtlich recht behalten. Plötzlich begann sich die Tür vor ihm zu öffnen und drei Männer traten ein. Zwei davon waren Soldaten mit Sturmgewehren. Der dritte war Leutnant Palmer.
„Es ist soweit. Bringen wir´s zu Ende“, sagte Palmer als die beiden Soldaten sich Julian packten und ihn vom Boden auf die Beine hoben. Bis auf die Schwerkraft leistete Julian dabei keinen Wiederstand, ebenso wenig als er durch die Gänge der Basis geführt wurde. Julian hatte schon längst jeden Überblick verloren wo er eigentlich genau war und bekanntlich interessierte ihn das jetzt auch nicht mehr. Dennoch konnte er sich der Schönheit des Kristalls nicht entziehen, den er dort vor sich sah. Vielleicht wirkte er auch nur so schön weil Julian ihn als Schlüssel zum Ende betrachtete. Zum Ende seines Leidens. Er hatte lange genug in dieser Zeitschleife gesteckt und wenn er jetzt dem Militär half dieses Problem zu lösen, dann würde das Leben ihn mit dem Ende und einer Erlösung belohnen.
„Was war das?“, warf plötzlich einer der Soldaten ein als ein Erdbeben die Basis durchzog. Dann ein weiteres und noch ein weiteres.
„Wir werden angegriffen! Die selben Aliens wie einige Zyklen zuvor schon“, rief einer der Männer an den Computern aus.
„Dieses Mal werden sie nicht einmal…“, begann Leutnant Palmer auszurufen, bevor sich gleich 15 Aliens unterschiedlicher Größe und Bewaffnung in dem gewaltigen Kristall-Raum per Teleporter materialisierten und ihre Plasma-Gewehre in die Reihen der Soldaten richteten, welche in einer schnellen Reaktion die seltsamen Energie-Waffen die Julian schon bei seinem letzten Aufenthalt in der Basis gesehen hatte auf die Aliens richteten. Julian fiel direkt auf, dass dieser Angriffstrupp der Aliens größer war, aber wesentlich schlechter ausgerüstet.
„FEUER!“, schrie einer der Soldaten aus und das Chaos sollte beginnen. Blaue Plasma-Projektile fegten massenweise in die eine Richtung und rote Energie-Projektile in die andere. Der erste Soldat sollte von einem der Plasma-Projektile verdampft werden und hatte nicht einmal richtig Zeit zum Schreien. Allerdings wurde auch einem der Aliens durch eines der roten Energie-Projektile des Militärs der Kopf zur Explosion gebracht. Blut und Hirnmasse verteilten sich dabei auch über Julian, der immer noch wirkte als wäre ihm alles egal und einen völlig schockierten Leutnant Palmer, der völlig überfordert mit der gesamten Situation wirkte. Schnell suchten sich die Soldaten Deckung, während die Aliens versuchten ihnen genauso schnell dorthin zu folgen. Auch Leutnant Palmer suchte offensichtlich schnell nach etwas, dass ihm als Deckung dienen könnte. Er war allein. Er war in Julians Nähe. Niemand achtete gerade auf ihn. Einen besseren Moment würde Julian nicht bekommen. Und so begann er intensiv an eines der Alien-Schwerter zu denken, während er eine der ersten Barrikaden vor dem Kristall als Grundmaterial für seinen Fabrikator benutzte. Der Vorgang dauerte keine ganze Sekunde. Nun sollte es darauf ankommen. Das Timing musste genau passen.
Leutnant Palmer reagierte offensichtlich vollkommen irritiert als Julian ihm das Schwert an den Hals hielt und sich schnell seine Pistole aus dem Waffengürtel nahm, die er dem irritierten Leutnant zusätzlich noch an den Kopf hielt.
„Was zum…?“, brachte er lediglich noch raus. „DU!“, schrie er dann wütend auf. „Dein Zustand… Das war alles nur gespielt!“, fügte er dann noch hinzu.
„Bingo... Und du bist drauf rein gefallen“, antwortete Julian gelassen und zog den wütenden aber wehrlosen Leutnant langsam nach hinten in Richtung der Tür ungeachtet des Projektil-Regens der sich vor den beiden ereignete. Palmer leistete bei allem dem erstaunlich wenig Wiederstand, aber Julian wusste auch genau, dass er wachsam bleiben musste. Vielleicht wartete er nur auf eine besonders gute Gelegenheit. Mittlerweile hatten sie den Raum verlassen und schnell musste Julian feststellen, dass dies ein gewaltiger Großangriff war mit dem Ziel die Militär-Basis zu vernichten. Die Aliens griffen das Militär mit einer gewaltigen Einsatz-Truppe an. Julian hatte längst den Überblick über ihre Anzahl und Bewaffnung verloren. Mal ganz davon zu Schweigen, dass Julian sich unsicher war ob die Aliens das überhaupt schaffen konnten, das war nicht der Plan gewesen. Ursprünglich hatten sie lediglich etwas Chaos verursachen sollen, so dass Julian mit Palmer entkommen konnte. Eine kleine Ablenkung eben. Da waren Christina, Sandra und Kim wohl offensichtlich massiv über ihr eigentliches Ziel hinaus geschossen, als die Aliens von dem Angriff überzeugt hatten. Julian wusste nicht was er jetzt tun sollte. Aber er musste schnell etwas tun, denn nun kam ein kleinerer Militär-Trupp mit Energie-Waffen auf ihn und Palmer zu.
„Waffen fallen lassen!!! SOFORT!!!“, schrie einer von ihnen Julian autoritär an und hätte Julian fast zum Lachen gebracht durch die Absurdität der Situation. Aber er wusste auch, dass er jetzt unbedingt konzentriert und bei der Sache bleiben musste. Außerdem wusste er, dass sie ihm nichts tun konnten so lange wie er Leutnant Palmer in seiner Gewalt hatte. Plötzlich krachte ein Plasma-Projektil von einer Quelle hinter Julian in einen der Soldaten und ließ diesen umgehend in einem blutigen Vorgang zerplatzen. Die Soldaten erwiederten das Feuer mit ihren roten Energie-Waffen. Julian bekam noch mit wie eines der Aliens hinter ihm von einem der Projektile am Torso durchschlagen wurde und laut schreiend zu Boden ging. Julian entschied sich Palmer weiter voran zu treiben, da die Soldaten jetzt definitiv mit dem Kampf mit den Aliens beschäftigt waren. Julian zählte die Projektile die ihn knapp verfehlt hatten schon gar nicht mehr, als er Palmer an den Soldaten vorbei, weiter in Richtung Ausgang führte. Dabei krachten plötzlich zwei Exoskelete der beiden Fraktionen durch die linke Wand direkt vor ihnen, die sich gerade in einem Kräftemessen befanden und verschwanden wieder durch die rechte. Da war der Ausgang. Es war nicht mehr allzu weit. Die Tür war sogar schon aufgesprengt worden. Allerdings war der gesamte Eingangsbereich ein einziges Chaos. Eine einzige Todeszone. Projektile von unterschiedlichen Waffensystemen, Raketen, Strahlen. Alles flog in völlig chaotisch wirkenden Mustern von einer Seite auf die andere und manchmal hinterließ es nicht zu unterschätzende Explosionen. Exoskelete befanden sich in Faust und Schwert-Kämpfen oder waren Teil dieses Projektil-Infernos. Nur langsam sollte Julian mit Palmer voran kommen, da dieser sich massiv dagegen wehrte in diese Todeszone gebracht zu werden. Ein Schwarm Raketen krachte direkt neben den beiden in den Boden und hinterließ dort nicht zu unterschätzende Explosionen. Ein Plasma-Projektil fegte knapp an Palmers Kopf vorbei und ein rotes Energie-Projektil verfehlte Julians Fuß nur sehr knapp. Ein Militär-Exoskelet schleuderte eines der Aliens mit deiner gewaltigen Kraft gerade zurück, wo es nur wenige Zentimeter an Julian und Palmer vorbei fegte. Anschließend verwickelten sich beide Kampfanzüge direkt hinter den Beiden in einen gewaltigen Faustkampf. Plötzlich fühlte Julian einen gewaltigen Schmerz in seinem Fuß, den Palmer mit einem kräftigen Tritt darauf hinterlassen hatte. Er konnte nicht vermeiden, dass er seinen Griff lockerte und Palmer die Möglichkeit eröffnete einen Tritt gegen sein Bein hinzu zu fügen. Unter starken Schmerzen ging Julian kurz zu Boden, während Palmer schnell voran stürmte.
„STOPP!“, rief Julian noch aus als in dem gewaltigen Chaos ein rotes Energie-Projektil den Leutnant treffen sollte und direkt seinen Torso zerplatzen ließ. Die Blutfontäne traf sogar noch Julian, der sich in Reaktion darauf flach auf den Boden warf um möglichst keinem Projektil in den Weg zu kommen. „FUCK! SCHEIßE!“, fluchte er dann lautstark als ihm klar geworden war, dass Leutnant Palmer gerade gestorben war und damit der einzige Weg das Geheimnis hinter den Time Loops als auch das hinter dieser Monster-Apokalypse zu erfahren verschwunden war. Aber das aller schlimmste war dass es Julian jetzt nicht mehr möglich sein sollte sich an diesem Schwein, das ihm all diese Dinge angetan hatte, dass es jetzt nicht mehr möglich werden sollte sich an ihm zu rächen. Julian musste sich die Verzweiflungstränen zurück halten, denn er befand sich immer noch mitten in einer Großoffensive gegen eine Militärbasis. Plötzlich begannen sich jedoch völlig von selbst die Blutspritzer an Julian abzulösen und selbstständig zurück zu den Resten von Palmer zurück zu kehren. Langsam setzte sich der Leutnant wieder zusammen und reagierte im Anschluss genauso wie Julian es immer nach einer Zeitschleife getan hatte. Erst jetzt fiel Julian das metallische Armband am rechten Arm des Leutnants auf, der sich immer noch nach Verletzungen abtastete und weder auf Julian, noch auf die Schlacht achtete.
„Praktisch…“, kommentierte Julian diese unerwartete Wiederauferstehung noch, bevor er schnell aufsprang und sich den Leutnant wieder packte, wobei er ihn erneut mit Pistole und Schwert bedrohte. Plötzlich platzierte sich ein Panzer des Militärs in den Weg der beiden und richtete seine Kanone in ihre Richtung. Julian entschied sich jedoch in einem unglaublichen Geistesblitz den Holoprojektor seines Arm-Panzers einzusetzen und eine Projektion eines Alien-Exoskelets dass den Panzer von rechts angreifen würde zu bilden. Und tatsächlich reagierte das Panzerfahrzeug darauf. So konnte Julian Palmer unbehelligt am Panzer vorbei führen und den Ausgang der Basis erreichen. Als der Panzer die Hauptwaffe abfeuerte und lediglich ein Hologramm treffen sollte waren sie schon längst an diesem vorbei und hatten die Basis verlassen. Tatsächlich hatte dort bereits eines der größeren Raumschiffe auf ihn gewartet und teleportierte sie alle beide an Bord.
„Was zum…? Was geschieht hier? Was…?“, fragte Palmer direkt verwirrt aus, bevor ihn zwei gewaltige Alien-Kämpfer an beiden Armen packten. „Was werdet ihr mit mir machen? Hey du da! Hey!“, rief er dann Julian zu, der ihn die ganze Zeit bewusst ignoriert hatte.
„Was weiß ich? Seh ich aus als ob mich das irgendwie interessieren würde?“, fragte Julian lediglich in ehrlichem Desinteresse zurück und sah zu wie die Aliens den schreienden Palmer weg brachten. Erst jetzt bemerkte Julian wie angespannt er immer noch war und wie schwer es ihm fallen sollte zu entspannen, trotz der Tatsache, dass sein schrecklich dummer Plan gerade tatsächlich funktioniert hatte, trotz der Tatsache, dass gerade keine offensichtliche Gefahr mehr drohte. Noch immer war sein Atem im Notfallmodus und durch gezwungenes tiefes Ein- und Ausatmen schaffte Julian es langsam seine Anspannung etwas zu senken. Zumindest so lange bis eine Erschütterung das Schiff durchzog und ihn auf den Boden der Tatsachen zurück brachte. Eine weitere folgte. Dann wies ein anderes Alien ihn durch ein Handzeichen an ihm zu folgen. Julian tat wie ihm geheißen, obwohl ihm die ständigen Erschütterungen missfallen sollten und er sich immer noch nicht sicher war ob er diesen Aliens vertrauen konnte.
Tatsächlich hatten sie Julian dieses Mal in einen zumindest minimal freundlicher wirkenden Raum gebracht als beim letzten Mal. Das lag vor allem daran, dass sich zumindest ein Tisch in Stehhöhe dieser Aliens darin befand, wenngleich Julian sich auch wenigstens ein paar Sitzplätze gewünscht hätte. Außerdem gab es einen Blick nach draußen, wo Julian erkennen konnte, dass sie sich einige tausend Meter über der Erdoberfläche befanden und die Tatsache dass die Erschütterungen gestoppt hatten sagte Julian dass sie wohl auch die Nähe der Militärbasis verlassen hatten mussten und jetzt auch nicht in direkter Gefahr waren. Zumindest wenn man von Gefahr durch diese Aliens absah. Ansonsten war der Raum so steril und düster wie alles in diesem Schiff es war. Was Julian allerdings überhaupt nicht düster erscheinen sollte, war die Tatsache dass sich die Tür öffnete und sowohl Kim und Sandra als auch Christina eintraten. Julian konnte fühlen wie er ganz automatisch begann zu lächeln da er sich definitiv sehr freute die drei zu sehen. Erneut war es Kim, die sich nicht zurück halten konnte und Julian direkt umarmte. Sandra folgte als nächste. Christina hielt sich lieber etwas zurück und platzierte sich einfach ein Stück abseits der Gruppe am Tisch. Irgendetwas missfiel ihr an der gesamten Situation und Julian war sich unsicher was es war.
„So, jetzt haben wir diesen Typ eingefangen… Und wie hilft uns das jetzt genau das Festival und meinen Freund zu retten?“, warf sie dann als erste ein und zog Julian zurück in die Realität in gleich so vielen Belangen.
„Naja… Ich bin mir sicher, dass Palmer weiß wie wir die Zeitschleife beenden können“, antwortete Julian gelassen.
„Und selbst wenn… Er wird es uns niemals freiwillig sagen“, wiedersprach Christina ziemlich aufgebracht.
„Lass das doch einfach mal meine Sorge sein“, versuchte Julian sie zu beschwichtigen.
„Julian? Was hast du vor?“, warf nun Sandra äußerst besorgt ein.
„Ich hab da einen Plan. Und wenn ich fertig bin, werde ich alles wissen was ich wissen muss“, antwortete Julian absichtlich sehr wage.
„Das beantwortet unsere Frage aber ganz und gar nicht“, stellte Kim jetzt jedoch fest.
„Das sollte es auch nicht“, kommentierte Julian immer noch unglaublich gelassen und selbstsicher und sowohl Kim als auch Sandra reagierten in einer schockierten Art und Weise. Christina eher weniger. Julian wusste, dass sie ahnte was er vor hatte, aber sich absichtlich heraus hielt, da sie erkannte dass es der einzige Weg sein würde um ihren Freund zu retten.
„Aber jetzt mal ganz nebenbei… Ihr hattet die Aliens zu einer kleinen Show überreden sollen, nicht gleich zu einem kompletten Großangriff“, warf er dann mit einem leicht scherzhaften Tonfall ein.
„Naja… Das war insgesamt nicht so einfach sie überhaupt dazu zu bewegen“, antwortete Kim.
„Wie habt ihr es überhaupt geschafft?“, fragte Julian weiter.
„Indem wir ihnen gesagt haben, dass das Militär diese Monsterviecher herrufen wird“, antwortete Christina anstelle der anderen beiden, die ohnehin gewirkt hatten als ob sie etwas zu verbergen hätten.
„Moment… IHR HABT WAS?“, rief nun Julian schockiert aus.
„Wir hatten kaum eine andere Wahl. Irgendeinen Grund der ihnen gereicht hätte, mussten wir ihnen geben. Wegen einem oder zwei Menschen, die dort gefangen gehalten werden, würden sie niemals eingreifen, das war letztes Mal auch schon so. Selbst wenn es du und dieser Leutnant Palmer sind“, antwortete Christina.
„Verstehe…“, kommentierte Julian, der das ganze zwar erst einmal verarbeiten musste, aber nicht leugnen konnte, dass er verstehen konnte, weshalb die drei diese Entscheidung getroffen hatten.
„Aber ernsthaft Julian! Bitte mach sowas nie wieder, auch wenn´s dieses Mal gut gegangen ist“, meldete sich nun Sandra zu Wort.
„Sobald die Sache hier vorbei ist werde ich sowas auch nie wieder machen, das kann ich dir versprechen“, antwortete Julian als sich die Tür öffnete und eines der Aliens eintrat.
„Es ist nun möglich den Gefangenen zu sehen und zu verhören, Terraner“, sprach die bekannte Computer der Übersetzungsgeräte Julian an und ohne ein weiteres Wort machte Julian sich auf den Weg aus dem Raum. Er konnte nicht leugnen, dass er sich unglaublich auf das freute was ihm nun bevor stehen würde. Sogar so sehr, dass er ungewollt seine Schritte beschleunigte. Der Plan, den er im letzten Loop mit den dreien gemacht hatte, hatte funktioniert und gleich würde er endlich die Rache bekommen, die er verdiente nach allem dem was dieser Palmer ihm angetan hatte.
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OK. Ganz unerwarteter Weise bin ich tatsächlich in diesem Teil genau dorthin gekommen wo ich hin wollte. Der Weg missfällt mir aber teilweise (nur teilweise, die Idee dass er sich absichtlich vom Militär einkassieren lässt und dann Palmer entführt gefällt mir selbst schon ziemlich
, bloß der Rest irgendwie nicht so sehr
) und ich werde das Gefühl nicht ganz los, dass hier irgendetwas nicht mehr ganz stimmt. Aber selbst nach einem ganzen Zusatztag Bedenkzeit, wollte mir das einfach nicht dämmern. Ansonsten hoffe ich, dass alle weiterhin Spaß mit der Geschichte haben und zum nächsten Kapitel wieder da sind.
Ob das allerdings so bald kommt, kann ich noch nicht sagen. Ich hab jetzt noch vier Tage zeit, dann bin ich eine Woche weg... Mal wieder ein Metal Festival.
Es ist möglich dass der nächste Teil nicht mehr vorher fertig wird und dann erst in zwei Wochen oder so kommt. Bisher war´s ja so zwei Teile pro Woche. 
Julian konnte nicht vermeiden, dass er laut aufschrie als er dieses Mal im neuen Zyklus wieder erwachen sollte. Diese Schmerzen waren einfach selbst nach dem tausendsten Mal absolut unerträglich. Nur sehr langsam gewöhnte er sich daran. Das musste er aber, denn es gab viel wichtigere Probleme um die er sich dringend kümmern musste. Wo befand er sich? Offensichtlich in einem Bett, so viel konnte er alleine durch das Liegegefühl sagen. Schnell dachte Julian an die Sonne und aktivierte so den Arm-Panzer den er immer noch am linken Arm trug. Die holographische Projektion einer Sonne erhellte das Innere des Raums ausreichend, dass Julian erkennen konnte, dass es sich immer noch um seinen Miet-Transporter handelte. Das Militär war offensichtlich auch noch nicht da und so entschied sich Julian das Vehikel schnell durch die Schiebetür zu verlassen, bevor die ersten Soldaten eintreffen könnten. Und tatsächlich konnte er die ersten Soldaten bereits um die Ecke stürmen sehen, als er draußen war. Schnell nahm Julian sich Deckung an der Frontseite seines Fahrzeugs, wo sie ihn nicht sehen konnten und entschied dann schnell aber möglichst leise zum nächsten Vehikel zu schleichen und von dort weiter zum übernächsten.
„AUFMACHEN!!! SOFORT!!!“, konnte er einen der Soldaten wie beim letzten Mal autoritär ausschreien hören, während er weiter zum nächsten Vehikel schlich und weiter versuchte Abstand zu den Soldaten zu gewinnen. Er konnte hören wie sie die Tür gewaltsam mit einem Brecheisen öffneten und dann das Fahrzeug stürmten.
„Er ist nicht hier, Sir!“, konnte er dann einen der Soldaten ausrufen hören.
„Ausschwärmen! Über das gesamte Gelände wenn nötig! Lasst ihn nicht entkommen!“, antwortete ein weiterer im Befehlston und Julian wurde schnell klar, dass er nicht die Zeit hatte sich von einem Fahrzeug zum anderen zu schleichen. Die Armee würde ihn trotzdem finden. Er brauchte einen anderen Plan. Kämpfen? Nein, das war eine echte Kackidee. Schnell flüchten? Nein, genauso kacke. Die würden ihn erschießen bevor er auch nur ansatzweise vom Festival-Gelände runter kommen würde. Schnell entschied Julian den Fabrikator seines Arm-Panzers zu benutzen und ein Plasma-Gewehr aus einer der Felgen der Autos herstellen zu lassen. Dieses Mal würde er sich zumindest verteidigen, wenn er das glaubte zu müssen. Dann schlich er weiter zum nächsten Fahrzeug, ebenfalls ein Transporter, der ihm guten Sichtschutz bieten würde und leider dann aber auch für eine weitere Strecke das letzte wäre, denn nun folgte ein breiter Zwischenraum, der als Zufahrtsstrecke für die Stellplätze auf dem Festival diente. Immer wieder stürmten Soldaten an seiner Deckung vorbei. Nun kam es auf den richtigen Moment an, den Julian jetzt meinte gefunden zu haben. Noch ein Blick nach rechts und einer nach links. Als er jedoch losstürmen wollte packte ihn jemand an beiden Schultern und zog ihn zunächst zurück in die Deckung. Als Julian laut aufschreien wollte, war ihm das nicht möglich, da dieser Jemand nun auch die Hand über seinen Mund hielt. Anhand des Aussehens der Hände und des Körperbaus hatte Julian bereits erkannt, dass es sich um eine Frau handeln musste und daher überraschte es ihn erstaunlich wenig als er sich nach ihr umdrehte und sah, dass es sich um Christina handelte. Diese nahm schnell ihre Hand von seinem Mund und hielt sich schnell als Geste für Julian, dass er ruhig sein sollte den Zeigefinger vor ihren Mund. Julian hatte genauso schnell verstanden und nickte zustimmend. Dann gab Christina ihm ein Handzeichen, dass er ihr folgen sollte, was er schnell tat. Christina führte ihn in die Gegenrichtung zu seinem eigentlichen Ziel, das der offizielle Ein- und Ausgang des Festivals war. Immer wieder stoppten sie und ließen Soldaten-Gruppen passieren, bevor sie weiter gingen. Tatsächlich hatte Christina ihn an eine offene Stelle in der Umzäunung geführt, durch die sie beide völlig unbemerkt das Festival-Gelände verlassen konnten und nun zusammen unterwegs in den Wald waren.
Immer tiefer drangen sie beide in den Wald vor, der auch immer dichter und schwieriger zu durchqueren wurde. Das Militär hatte sie nicht bemerkt und folgte ihnen auch nicht weiter. Für Julian war es jedoch nur eine Frage der Zeit bis ihnen auffallen würde, dass weder Julian noch Christina an den Orten sein sollten, an denen sie vom Militär vermutet wurden. Für den Moment waren sie jedoch sicher hier und entschieden sich, sich entkräftet mit dem Rücken an jeweils einen Baum zu setzen und erst einmal tief durchzuatmen.
„Ich danke dir… Ich weiß nicht ob ich das ohne deine Hilfe geschafft hätte“, kommentierte Julian dann entkräftet.
„Wenn du auf mich und die anderen beiden gehört hättest, wäre das gar nicht erst nötig gewesen“, antwortete Christina und Julian sackte innerlich kurz in sich zusammen, da ihm klar wurde, dass sie absolut recht hatte. „Was war denn jetzt da unten los?“, fragte sie dann wesentlich verständnisvoller als Julian sehr lange geschwiegen hatte.
„Es war eine Falle. Leutnant Palmer war nicht dort unten. Er war immer noch in der Basis. Wenn wir an ihn heran kommen wollen, müssen wir dort noch einmal rein... Irgendwie…“, erklärte Julian dann.
„Ja, aber die Aliens sagten, dass es sich um einen Angriff dieser Tentakel-Monster handeln würde und dass sich ein, warte kurz... Ein Dimensionaler Riss gebildet hätte…“, warf Christina verwirrt und unsicher wegen der wissenschaftlichen Details ein.
„Das ist der Teil, der mich auch noch sehr verwirrt dabei. Anscheinend kann das Militär diese Mistviecher her rufen. Aber sie können sie wohl noch nicht kontrollieren. Wieder etwas, das uns wahrscheinlich Leutnant Palmer genauer sagen könnte, wenn wir nur irgendwie an ihn heran kämen“, antwortete Julian niedergeschlagen. „Was ist mit Kim und Sandra und ihren Erinnerungen?“, fragte er dann noch einmal nach, aber bereits an ihrem Kopfschütteln konnte Julian die bevorstehende negative Antwort erkennen.
„Sie haben wohl scheinbar alles versucht, aber nichts hat funktioniert. Ganz am Ende wollten sie so ein Gerät in dem Raum aufstellen in dem wir dich gefunden hatten… Ich glaube sie nannten es einen Chronoton-Anker oder so ähnlich… Und meinten dass das vielleicht helfen würde, weil du dann da an dieser Stelle wieder aufwachen würdest oder so ähnlich. Aber leider hat der Zyklus geendet bevor sie es hatten starten können“, erklärte Christina ihre Reaktion nun auch noch und Julian brach weiter innerlich zusammen. Jetzt hatte er auch noch Kim und Sandra verloren… Schon wieder. Und dieses Mal war es auch noch durch sein eigenes Versagen. Er wusste nicht wie lange er diesen Zustand noch ertragen könnte und er war sich unsicher ob er fähig war diese Konsequenzen zu tragen, die sein Handeln gerade gehabt hatten.
„Gottverdammt! Ich hab´s verkackt!“, rief er dann wütend aus und schlug einmal mit der Faust auf den weichen Moosboden. „Ich bekomme auch wirklich gar nichts auf die Reihe. Ich bin zu blöd für wirklich alles… Ich…“, sprach er dann weiter und konnte nicht vermeiden, dass er in Verzweiflungstränen ausbrechen sollte. „Ich bin einfach ein beschissener, kleiner Vollversager… Ich…“, brachte er dabei noch zwischen seinen Schluchzern heraus als er plötzlich Christinas sanften Griff an seiner Hand fühlte. Sie hatte sich ferner vor ihm platziert und sah ihm nun direkt in die Augen. Himmel war diese Frau so wunderschön.
„Julian, bitte… Du kannst mir eine Sache glauben… Ich hätte dich niemals angesprochen und mich dir mit der Sache mit dem Time Loop anvertraut, wenn ich dich auch nur im Ansatz für einen Versager halten würde“, sagte sie dann sehr zu Julians Verwirrung. Er wusste überhaupt nicht wie er reagieren sollte. Noch dazu kam, dass er gerade wirklich jedes kleine bisschen Selbstkontrolle aufbringen musste um nicht etwas gefährlich dummes zu tun. Ein Rascheln im Wald riss sie beide aus dem Moment und lenkte die gesamte Aufmerksamkeit der beiden wieder auf die Gesamtsituation bei der sie immer noch auf der Flucht vor dem Militär waren. Selbst wenn es sich lediglich um ein Tier gehandelt hatte, sie konnten es unmöglich riskieren.
„Wir müssen weiter“, kommentierte Christina nun und Julian nickte zustimmend, bevor sie beide wieder aufstanden und sich weiter durch den Wald kämpften.
„Und als nächstes müssen wir irgendwie zuerst Kim und Sandra überzeugen uns zu helfen und dann die Aliens“, sprach Julian dann plötzlich.
„Das klingt so als hättest du einen Plan…“, kommentierte Christina.
„Den hab ich, aber der wird keinem von uns wirklich gefallen“, antwortete er.
„Das sehen wir dann. Überlass deine beiden besten Freundinnen mir“, sagte sie, während sie beide eine Straße erreichten und dieser vorsichtig zu folgen begannen. Immerhin nutzte auch das Militär diese Wege und wenn sie nicht aufpassten könnten sie gerade dort gefunden werden.
Tatsächlich sollte alles gut gehen und sie das nächste Dorf ohne größere Zwischenfälle erreichen. Von dort aus stahlen sie beide ein Auto, dass Christina mit Hilfe der Alien-Technologie in ihrem Arm-Panzer gehackt hatte. Eines dieser fortschrittlichen Elektro-Autos, ein Tesla oder sowas. Julian kannte sich mit dieser Sorte Vehikel überhaupt nicht aus.
„Du musst mir unbedingt zeigen, wie du das hinbekommen hast“, kommentierte Julian dennoch bevor er auf der Beifahrer-Seite einstieg und Christina fahren ließ. Auch diese Fahrt verlief erstaunlicher Weise ohne Zwischenfälle mit dem Militär und sie erreichten Kim und Sandras Unterkunft, wo Christina sehr schnell die beiden mit Hilfe von holographischen Projektionen aus ihrem Arm-Panzer, Voraussehen ihrer Handlungen und einer guten Portion eines selbstbewussten aber sehr freundlichen Auftritts von der Wahrheit überzeugt hatte. Schneller als Julian es jemals hätte können. Wäre Christina weniger hübsch gewesen, wäre er wahrscheinlich auch schrecklich neidisch geworden. Nun war es jedoch an der Zeit seinen Plan zu erklären und den dreien zu offenbaren.
„Julian! Das ist wirklich das dümmste das jemals jemand für mich tun wollte!“, rief Christina schockiert aus.
„Bist du wirklich sicher, dass du dich sowas nochmal aussetzen willst?“, fügte Sandra schnell an.
„Und überhaupt. Das kommt gar nicht in Frage, Julian! Wir finden einen anderen Weg“, kommentierte nun auch noch Kim.
„Und wie genau sollte der aussehen? Wir haben nur diese eine Möglichkeit. Es ist der einzige Weg an Palmer heran zu kommen. Und wenn wir ihn haben werden wir dem ganzen hier ein Ende setzen“, sagte Julian nun erstaunlich selbstsicher für seine Zwecke. Er hatte das Gefühl genau zu wissen was er da gerade tat.
„Und wenn der schlimmste Fall eintritt?“, warf nun dennoch eine unglaublich besorgte Christina ein.
„Dann werdet ihr drei da sein und mich raus holen“, antwortete Julian erneut äußerst selbstsicher.
„Ich weiß ja echt nicht… Von dem was du erzählst her scheint es wirklich der einzige Weg zu sein, aber der Plan ist irgendwie so… richtig dumm und setzt dich ganz alleine schlimmsten Höllenqualen aus wenn er schief geht“, kommentierte Sandra noch einmal.
„Ist mir immer noch lieber als dass ich eine von euch Dreien diesen Qualen aussetzen würde“, antwortete Julian darauf und unerwarteter Weise erhielt er darauf keine Antwort. Aber was hätten sie darauf auch antworten können? „Ich möchte auf gar keinen Fall je wieder, dass jemand der mir etwas bedeutet darunter leiden muss, dass ich mal wieder irgendwelchen Mist gebaut hab“, erklärte er sich dann leise noch weiter.
Huh? Was war denn nun geschehen? Der Zyklus hatte sich neu gestartet und Julian fand sich in seinem Bett im Transporter wieder. Aber wieso? Hatte ihn jemand getötet ohne dass Julian es bemerkt hatte? War es einer von diesen Dreien gewesen? Spielte es überhaupt eine Rolle? Lautstark begann Julian drauf los zu lachen, da ihm das alles gerade wirklich zu viel wurde. Jetzt war eine seiner drei Freundinnen auch noch eine Serien-Killerin oder wie? Julian hatte gar nicht mal richtig mitbekommen wie Soldaten die Seitentür aufgerissen hatten und ihn auf den Boden schleuderten. Er ließ einfach alles ohne jeden Wiederstand über sich ergehen. Auch dass man ihn einfach wieder in die Militär-Basis zurück brachte ließ er einfach über sich ergehen. Er lachte lediglich hin und wieder ein wenig verstandlos über alles. Ansonsten starrte er einfach in die Leere, so wie er das letzte Mal schon getan hatte als ihn das Militär in seiner Gewalt hatte. Mittlerweile waren sie in der Basis angekommen und Julian wurde aus dem Geländewagen geholt, der sie dorthin gebracht hatte. Nur langsam schlossen sich die gewaltigen Tore der unterirdischen Basis und besiegelten Julians Schicksal. Nun würde er für immer ein Versuchsobjekt des Militärs sein. Aber das war ihm egal. Vielleicht war es ein Weg hier raus. Ein Weg aus diesem sich immer und immer und immer wieder wiederholenden Weltuntergang. Drei Soldaten bewachten ihn mit bereiten Sturmgewehren. Darauf ihn mit Kabelbindern zu fesseln hatte man offensichtlich wegen seines geringen Wiederstandes verzichtet. Anscheinend warteten sie dort am Eingang auf etwas. Und als sich plötzlich Oberst Kurzmann und Leutnant Palmer durch das geordnete Chaos im Eingangsraum kämpften, wusste selbst Julian worauf sie gewartet hatten. Das Problem war jedoch einfach dass es ihm völlig egal war. Genauso wie es ihm egal war, dass sich Oberst Kurzmann äußerst provokativ vor ihm platzierte und versuchte einen tiefen Blick in seine Augen zu bekommen. Julian behielt seinen Blick in die Leere einfach weiter bei und reagierte nicht auf den Oberst.
„Was stimmt denn mit dem nicht?“, warf er dann äußerst irritiert ein.
„Das kann ich leider auch nicht so genau sagen, Sir. Aber wenn sie wünschen, kann ich es versuchen heraus zu finden, Sir“, antwortete Palmer schnell.
„Nein, Nein. Schon gut Palmer. Es interessiert mich nicht wirklich warum diese beschissene, kleine Schneeflocke hier sich aufführt als ob sie schon tot wäre. Wird sie bestimmt ohnehin bald sein“, kommentierte Kurzmann dann und sah Julian noch einmal skeptisch ins Gesicht, als würde er nicht glauben, dass Julians Zustand real wäre. „Nun… Ich denke dann, es handelt sich um ihr Versuchsobjekt, Leutnant Palmer“, sagte er dann und Palmer bestätigte schnell mit einem Salutieren und einem lautstarken „Sir!“, bevor er sich Julian ebenfalls noch einmal genau ansah.
„Bringen sie ihn zunächst in den Chronoton-Abschirmungs-Raum. Ich werde ihnen Bescheid geben, wenn sie ihn von dort aus in den Kristall-Raum verlegen sollen“, befahl nun Leutnant Palmer an die drei Soldaten, die Julian bewachten, welche ebenfalls mit einem lautstarken „Sir!“ bestätigten und dann Julian links und rechts am Arm packten um ihn in den leeren, sterilen Raum zu bringen in dem Julian schon zuvor viel mehr Zeit verbracht hatte als es ihm lieb gewesen war. Nur noch diese kurze Wartezeit und dann wäre bald alles vorbei.
Julian hatte erneut jedes Zeitgefühl in diesem viel zu kleinen Räumchen verloren. Dieses Mal hatten sie ihm nicht einmal diese Schiebeliege darin platziert. Nicht einmal einen Stuhl oder einen Tisch oder irgendetwas anderes, was ihm sein Dasein in irgendeiner Weise angenehmer hätte gestalten können. Nein, dieses Mal waren es nur er und dieser sterile Raum. Wie gut, dass ihm das alles eigentlich vollkommen egal war, so konnte es ihn auch nicht treffen. Er hatte sich lediglich auf den blanken Boden gesetzt, wo er verstandlos vor sich hin kicherte und in die Leere des Raumes starrte. Sein Vater hatte es immer gewusst. Er hatte immer gewusst, dass Julian kein gutes Ende nehmen würde und nun würde er offensichtlich recht behalten. Plötzlich begann sich die Tür vor ihm zu öffnen und drei Männer traten ein. Zwei davon waren Soldaten mit Sturmgewehren. Der dritte war Leutnant Palmer.
„Es ist soweit. Bringen wir´s zu Ende“, sagte Palmer als die beiden Soldaten sich Julian packten und ihn vom Boden auf die Beine hoben. Bis auf die Schwerkraft leistete Julian dabei keinen Wiederstand, ebenso wenig als er durch die Gänge der Basis geführt wurde. Julian hatte schon längst jeden Überblick verloren wo er eigentlich genau war und bekanntlich interessierte ihn das jetzt auch nicht mehr. Dennoch konnte er sich der Schönheit des Kristalls nicht entziehen, den er dort vor sich sah. Vielleicht wirkte er auch nur so schön weil Julian ihn als Schlüssel zum Ende betrachtete. Zum Ende seines Leidens. Er hatte lange genug in dieser Zeitschleife gesteckt und wenn er jetzt dem Militär half dieses Problem zu lösen, dann würde das Leben ihn mit dem Ende und einer Erlösung belohnen.
„Was war das?“, warf plötzlich einer der Soldaten ein als ein Erdbeben die Basis durchzog. Dann ein weiteres und noch ein weiteres.
„Wir werden angegriffen! Die selben Aliens wie einige Zyklen zuvor schon“, rief einer der Männer an den Computern aus.
„Dieses Mal werden sie nicht einmal…“, begann Leutnant Palmer auszurufen, bevor sich gleich 15 Aliens unterschiedlicher Größe und Bewaffnung in dem gewaltigen Kristall-Raum per Teleporter materialisierten und ihre Plasma-Gewehre in die Reihen der Soldaten richteten, welche in einer schnellen Reaktion die seltsamen Energie-Waffen die Julian schon bei seinem letzten Aufenthalt in der Basis gesehen hatte auf die Aliens richteten. Julian fiel direkt auf, dass dieser Angriffstrupp der Aliens größer war, aber wesentlich schlechter ausgerüstet.
„FEUER!“, schrie einer der Soldaten aus und das Chaos sollte beginnen. Blaue Plasma-Projektile fegten massenweise in die eine Richtung und rote Energie-Projektile in die andere. Der erste Soldat sollte von einem der Plasma-Projektile verdampft werden und hatte nicht einmal richtig Zeit zum Schreien. Allerdings wurde auch einem der Aliens durch eines der roten Energie-Projektile des Militärs der Kopf zur Explosion gebracht. Blut und Hirnmasse verteilten sich dabei auch über Julian, der immer noch wirkte als wäre ihm alles egal und einen völlig schockierten Leutnant Palmer, der völlig überfordert mit der gesamten Situation wirkte. Schnell suchten sich die Soldaten Deckung, während die Aliens versuchten ihnen genauso schnell dorthin zu folgen. Auch Leutnant Palmer suchte offensichtlich schnell nach etwas, dass ihm als Deckung dienen könnte. Er war allein. Er war in Julians Nähe. Niemand achtete gerade auf ihn. Einen besseren Moment würde Julian nicht bekommen. Und so begann er intensiv an eines der Alien-Schwerter zu denken, während er eine der ersten Barrikaden vor dem Kristall als Grundmaterial für seinen Fabrikator benutzte. Der Vorgang dauerte keine ganze Sekunde. Nun sollte es darauf ankommen. Das Timing musste genau passen.
Leutnant Palmer reagierte offensichtlich vollkommen irritiert als Julian ihm das Schwert an den Hals hielt und sich schnell seine Pistole aus dem Waffengürtel nahm, die er dem irritierten Leutnant zusätzlich noch an den Kopf hielt.
„Was zum…?“, brachte er lediglich noch raus. „DU!“, schrie er dann wütend auf. „Dein Zustand… Das war alles nur gespielt!“, fügte er dann noch hinzu.
„Bingo... Und du bist drauf rein gefallen“, antwortete Julian gelassen und zog den wütenden aber wehrlosen Leutnant langsam nach hinten in Richtung der Tür ungeachtet des Projektil-Regens der sich vor den beiden ereignete. Palmer leistete bei allem dem erstaunlich wenig Wiederstand, aber Julian wusste auch genau, dass er wachsam bleiben musste. Vielleicht wartete er nur auf eine besonders gute Gelegenheit. Mittlerweile hatten sie den Raum verlassen und schnell musste Julian feststellen, dass dies ein gewaltiger Großangriff war mit dem Ziel die Militär-Basis zu vernichten. Die Aliens griffen das Militär mit einer gewaltigen Einsatz-Truppe an. Julian hatte längst den Überblick über ihre Anzahl und Bewaffnung verloren. Mal ganz davon zu Schweigen, dass Julian sich unsicher war ob die Aliens das überhaupt schaffen konnten, das war nicht der Plan gewesen. Ursprünglich hatten sie lediglich etwas Chaos verursachen sollen, so dass Julian mit Palmer entkommen konnte. Eine kleine Ablenkung eben. Da waren Christina, Sandra und Kim wohl offensichtlich massiv über ihr eigentliches Ziel hinaus geschossen, als die Aliens von dem Angriff überzeugt hatten. Julian wusste nicht was er jetzt tun sollte. Aber er musste schnell etwas tun, denn nun kam ein kleinerer Militär-Trupp mit Energie-Waffen auf ihn und Palmer zu.
„Waffen fallen lassen!!! SOFORT!!!“, schrie einer von ihnen Julian autoritär an und hätte Julian fast zum Lachen gebracht durch die Absurdität der Situation. Aber er wusste auch, dass er jetzt unbedingt konzentriert und bei der Sache bleiben musste. Außerdem wusste er, dass sie ihm nichts tun konnten so lange wie er Leutnant Palmer in seiner Gewalt hatte. Plötzlich krachte ein Plasma-Projektil von einer Quelle hinter Julian in einen der Soldaten und ließ diesen umgehend in einem blutigen Vorgang zerplatzen. Die Soldaten erwiederten das Feuer mit ihren roten Energie-Waffen. Julian bekam noch mit wie eines der Aliens hinter ihm von einem der Projektile am Torso durchschlagen wurde und laut schreiend zu Boden ging. Julian entschied sich Palmer weiter voran zu treiben, da die Soldaten jetzt definitiv mit dem Kampf mit den Aliens beschäftigt waren. Julian zählte die Projektile die ihn knapp verfehlt hatten schon gar nicht mehr, als er Palmer an den Soldaten vorbei, weiter in Richtung Ausgang führte. Dabei krachten plötzlich zwei Exoskelete der beiden Fraktionen durch die linke Wand direkt vor ihnen, die sich gerade in einem Kräftemessen befanden und verschwanden wieder durch die rechte. Da war der Ausgang. Es war nicht mehr allzu weit. Die Tür war sogar schon aufgesprengt worden. Allerdings war der gesamte Eingangsbereich ein einziges Chaos. Eine einzige Todeszone. Projektile von unterschiedlichen Waffensystemen, Raketen, Strahlen. Alles flog in völlig chaotisch wirkenden Mustern von einer Seite auf die andere und manchmal hinterließ es nicht zu unterschätzende Explosionen. Exoskelete befanden sich in Faust und Schwert-Kämpfen oder waren Teil dieses Projektil-Infernos. Nur langsam sollte Julian mit Palmer voran kommen, da dieser sich massiv dagegen wehrte in diese Todeszone gebracht zu werden. Ein Schwarm Raketen krachte direkt neben den beiden in den Boden und hinterließ dort nicht zu unterschätzende Explosionen. Ein Plasma-Projektil fegte knapp an Palmers Kopf vorbei und ein rotes Energie-Projektil verfehlte Julians Fuß nur sehr knapp. Ein Militär-Exoskelet schleuderte eines der Aliens mit deiner gewaltigen Kraft gerade zurück, wo es nur wenige Zentimeter an Julian und Palmer vorbei fegte. Anschließend verwickelten sich beide Kampfanzüge direkt hinter den Beiden in einen gewaltigen Faustkampf. Plötzlich fühlte Julian einen gewaltigen Schmerz in seinem Fuß, den Palmer mit einem kräftigen Tritt darauf hinterlassen hatte. Er konnte nicht vermeiden, dass er seinen Griff lockerte und Palmer die Möglichkeit eröffnete einen Tritt gegen sein Bein hinzu zu fügen. Unter starken Schmerzen ging Julian kurz zu Boden, während Palmer schnell voran stürmte.
„STOPP!“, rief Julian noch aus als in dem gewaltigen Chaos ein rotes Energie-Projektil den Leutnant treffen sollte und direkt seinen Torso zerplatzen ließ. Die Blutfontäne traf sogar noch Julian, der sich in Reaktion darauf flach auf den Boden warf um möglichst keinem Projektil in den Weg zu kommen. „FUCK! SCHEIßE!“, fluchte er dann lautstark als ihm klar geworden war, dass Leutnant Palmer gerade gestorben war und damit der einzige Weg das Geheimnis hinter den Time Loops als auch das hinter dieser Monster-Apokalypse zu erfahren verschwunden war. Aber das aller schlimmste war dass es Julian jetzt nicht mehr möglich sein sollte sich an diesem Schwein, das ihm all diese Dinge angetan hatte, dass es jetzt nicht mehr möglich werden sollte sich an ihm zu rächen. Julian musste sich die Verzweiflungstränen zurück halten, denn er befand sich immer noch mitten in einer Großoffensive gegen eine Militärbasis. Plötzlich begannen sich jedoch völlig von selbst die Blutspritzer an Julian abzulösen und selbstständig zurück zu den Resten von Palmer zurück zu kehren. Langsam setzte sich der Leutnant wieder zusammen und reagierte im Anschluss genauso wie Julian es immer nach einer Zeitschleife getan hatte. Erst jetzt fiel Julian das metallische Armband am rechten Arm des Leutnants auf, der sich immer noch nach Verletzungen abtastete und weder auf Julian, noch auf die Schlacht achtete.
„Praktisch…“, kommentierte Julian diese unerwartete Wiederauferstehung noch, bevor er schnell aufsprang und sich den Leutnant wieder packte, wobei er ihn erneut mit Pistole und Schwert bedrohte. Plötzlich platzierte sich ein Panzer des Militärs in den Weg der beiden und richtete seine Kanone in ihre Richtung. Julian entschied sich jedoch in einem unglaublichen Geistesblitz den Holoprojektor seines Arm-Panzers einzusetzen und eine Projektion eines Alien-Exoskelets dass den Panzer von rechts angreifen würde zu bilden. Und tatsächlich reagierte das Panzerfahrzeug darauf. So konnte Julian Palmer unbehelligt am Panzer vorbei führen und den Ausgang der Basis erreichen. Als der Panzer die Hauptwaffe abfeuerte und lediglich ein Hologramm treffen sollte waren sie schon längst an diesem vorbei und hatten die Basis verlassen. Tatsächlich hatte dort bereits eines der größeren Raumschiffe auf ihn gewartet und teleportierte sie alle beide an Bord.
„Was zum…? Was geschieht hier? Was…?“, fragte Palmer direkt verwirrt aus, bevor ihn zwei gewaltige Alien-Kämpfer an beiden Armen packten. „Was werdet ihr mit mir machen? Hey du da! Hey!“, rief er dann Julian zu, der ihn die ganze Zeit bewusst ignoriert hatte.
„Was weiß ich? Seh ich aus als ob mich das irgendwie interessieren würde?“, fragte Julian lediglich in ehrlichem Desinteresse zurück und sah zu wie die Aliens den schreienden Palmer weg brachten. Erst jetzt bemerkte Julian wie angespannt er immer noch war und wie schwer es ihm fallen sollte zu entspannen, trotz der Tatsache, dass sein schrecklich dummer Plan gerade tatsächlich funktioniert hatte, trotz der Tatsache, dass gerade keine offensichtliche Gefahr mehr drohte. Noch immer war sein Atem im Notfallmodus und durch gezwungenes tiefes Ein- und Ausatmen schaffte Julian es langsam seine Anspannung etwas zu senken. Zumindest so lange bis eine Erschütterung das Schiff durchzog und ihn auf den Boden der Tatsachen zurück brachte. Eine weitere folgte. Dann wies ein anderes Alien ihn durch ein Handzeichen an ihm zu folgen. Julian tat wie ihm geheißen, obwohl ihm die ständigen Erschütterungen missfallen sollten und er sich immer noch nicht sicher war ob er diesen Aliens vertrauen konnte.
Tatsächlich hatten sie Julian dieses Mal in einen zumindest minimal freundlicher wirkenden Raum gebracht als beim letzten Mal. Das lag vor allem daran, dass sich zumindest ein Tisch in Stehhöhe dieser Aliens darin befand, wenngleich Julian sich auch wenigstens ein paar Sitzplätze gewünscht hätte. Außerdem gab es einen Blick nach draußen, wo Julian erkennen konnte, dass sie sich einige tausend Meter über der Erdoberfläche befanden und die Tatsache dass die Erschütterungen gestoppt hatten sagte Julian dass sie wohl auch die Nähe der Militärbasis verlassen hatten mussten und jetzt auch nicht in direkter Gefahr waren. Zumindest wenn man von Gefahr durch diese Aliens absah. Ansonsten war der Raum so steril und düster wie alles in diesem Schiff es war. Was Julian allerdings überhaupt nicht düster erscheinen sollte, war die Tatsache dass sich die Tür öffnete und sowohl Kim und Sandra als auch Christina eintraten. Julian konnte fühlen wie er ganz automatisch begann zu lächeln da er sich definitiv sehr freute die drei zu sehen. Erneut war es Kim, die sich nicht zurück halten konnte und Julian direkt umarmte. Sandra folgte als nächste. Christina hielt sich lieber etwas zurück und platzierte sich einfach ein Stück abseits der Gruppe am Tisch. Irgendetwas missfiel ihr an der gesamten Situation und Julian war sich unsicher was es war.
„So, jetzt haben wir diesen Typ eingefangen… Und wie hilft uns das jetzt genau das Festival und meinen Freund zu retten?“, warf sie dann als erste ein und zog Julian zurück in die Realität in gleich so vielen Belangen.
„Naja… Ich bin mir sicher, dass Palmer weiß wie wir die Zeitschleife beenden können“, antwortete Julian gelassen.
„Und selbst wenn… Er wird es uns niemals freiwillig sagen“, wiedersprach Christina ziemlich aufgebracht.
„Lass das doch einfach mal meine Sorge sein“, versuchte Julian sie zu beschwichtigen.
„Julian? Was hast du vor?“, warf nun Sandra äußerst besorgt ein.
„Ich hab da einen Plan. Und wenn ich fertig bin, werde ich alles wissen was ich wissen muss“, antwortete Julian absichtlich sehr wage.
„Das beantwortet unsere Frage aber ganz und gar nicht“, stellte Kim jetzt jedoch fest.
„Das sollte es auch nicht“, kommentierte Julian immer noch unglaublich gelassen und selbstsicher und sowohl Kim als auch Sandra reagierten in einer schockierten Art und Weise. Christina eher weniger. Julian wusste, dass sie ahnte was er vor hatte, aber sich absichtlich heraus hielt, da sie erkannte dass es der einzige Weg sein würde um ihren Freund zu retten.
„Aber jetzt mal ganz nebenbei… Ihr hattet die Aliens zu einer kleinen Show überreden sollen, nicht gleich zu einem kompletten Großangriff“, warf er dann mit einem leicht scherzhaften Tonfall ein.
„Naja… Das war insgesamt nicht so einfach sie überhaupt dazu zu bewegen“, antwortete Kim.
„Wie habt ihr es überhaupt geschafft?“, fragte Julian weiter.
„Indem wir ihnen gesagt haben, dass das Militär diese Monsterviecher herrufen wird“, antwortete Christina anstelle der anderen beiden, die ohnehin gewirkt hatten als ob sie etwas zu verbergen hätten.
„Moment… IHR HABT WAS?“, rief nun Julian schockiert aus.
„Wir hatten kaum eine andere Wahl. Irgendeinen Grund der ihnen gereicht hätte, mussten wir ihnen geben. Wegen einem oder zwei Menschen, die dort gefangen gehalten werden, würden sie niemals eingreifen, das war letztes Mal auch schon so. Selbst wenn es du und dieser Leutnant Palmer sind“, antwortete Christina.
„Verstehe…“, kommentierte Julian, der das ganze zwar erst einmal verarbeiten musste, aber nicht leugnen konnte, dass er verstehen konnte, weshalb die drei diese Entscheidung getroffen hatten.
„Aber ernsthaft Julian! Bitte mach sowas nie wieder, auch wenn´s dieses Mal gut gegangen ist“, meldete sich nun Sandra zu Wort.
„Sobald die Sache hier vorbei ist werde ich sowas auch nie wieder machen, das kann ich dir versprechen“, antwortete Julian als sich die Tür öffnete und eines der Aliens eintrat.
„Es ist nun möglich den Gefangenen zu sehen und zu verhören, Terraner“, sprach die bekannte Computer der Übersetzungsgeräte Julian an und ohne ein weiteres Wort machte Julian sich auf den Weg aus dem Raum. Er konnte nicht leugnen, dass er sich unglaublich auf das freute was ihm nun bevor stehen würde. Sogar so sehr, dass er ungewollt seine Schritte beschleunigte. Der Plan, den er im letzten Loop mit den dreien gemacht hatte, hatte funktioniert und gleich würde er endlich die Rache bekommen, die er verdiente nach allem dem was dieser Palmer ihm angetan hatte.
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OK. Ganz unerwarteter Weise bin ich tatsächlich in diesem Teil genau dorthin gekommen wo ich hin wollte. Der Weg missfällt mir aber teilweise (nur teilweise, die Idee dass er sich absichtlich vom Militär einkassieren lässt und dann Palmer entführt gefällt mir selbst schon ziemlich
Ob das allerdings so bald kommt, kann ich noch nicht sagen. Ich hab jetzt noch vier Tage zeit, dann bin ich eine Woche weg... Mal wieder ein Metal Festival.
