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Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: Do 6. Aug 2026, 19:07
von Child of Bodom
Kapitel 17 – Ein richtig dummer Plan:

Julian konnte nicht vermeiden, dass er laut aufschrie als er dieses Mal im neuen Zyklus wieder erwachen sollte. Diese Schmerzen waren einfach selbst nach dem tausendsten Mal absolut unerträglich. Nur sehr langsam gewöhnte er sich daran. Das musste er aber, denn es gab viel wichtigere Probleme um die er sich dringend kümmern musste. Wo befand er sich? Offensichtlich in einem Bett, so viel konnte er alleine durch das Liegegefühl sagen. Schnell dachte Julian an die Sonne und aktivierte so den Arm-Panzer den er immer noch am linken Arm trug. Die holographische Projektion einer Sonne erhellte das Innere des Raums ausreichend, dass Julian erkennen konnte, dass es sich immer noch um seinen Miet-Transporter handelte. Das Militär war offensichtlich auch noch nicht da und so entschied sich Julian das Vehikel schnell durch die Schiebetür zu verlassen, bevor die ersten Soldaten eintreffen könnten. Und tatsächlich konnte er die ersten Soldaten bereits um die Ecke stürmen sehen, als er draußen war. Schnell nahm Julian sich Deckung an der Frontseite seines Fahrzeugs, wo sie ihn nicht sehen konnten und entschied dann schnell aber möglichst leise zum nächsten Vehikel zu schleichen und von dort weiter zum übernächsten.
„AUFMACHEN!!! SOFORT!!!“, konnte er einen der Soldaten wie beim letzten Mal autoritär ausschreien hören, während er weiter zum nächsten Vehikel schlich und weiter versuchte Abstand zu den Soldaten zu gewinnen. Er konnte hören wie sie die Tür gewaltsam mit einem Brecheisen öffneten und dann das Fahrzeug stürmten.
„Er ist nicht hier, Sir!“, konnte er dann einen der Soldaten ausrufen hören.
„Ausschwärmen! Über das gesamte Gelände wenn nötig! Lasst ihn nicht entkommen!“, antwortete ein weiterer im Befehlston und Julian wurde schnell klar, dass er nicht die Zeit hatte sich von einem Fahrzeug zum anderen zu schleichen. Die Armee würde ihn trotzdem finden. Er brauchte einen anderen Plan. Kämpfen? Nein, das war eine echte Kackidee. Schnell flüchten? Nein, genauso kacke. Die würden ihn erschießen bevor er auch nur ansatzweise vom Festival-Gelände runter kommen würde. Schnell entschied Julian den Fabrikator seines Arm-Panzers zu benutzen und ein Plasma-Gewehr aus einer der Felgen der Autos herstellen zu lassen. Dieses Mal würde er sich zumindest verteidigen, wenn er das glaubte zu müssen. Dann schlich er weiter zum nächsten Fahrzeug, ebenfalls ein Transporter, der ihm guten Sichtschutz bieten würde und leider dann aber auch für eine weitere Strecke das letzte wäre, denn nun folgte ein breiter Zwischenraum, der als Zufahrtsstrecke für die Stellplätze auf dem Festival diente. Immer wieder stürmten Soldaten an seiner Deckung vorbei. Nun kam es auf den richtigen Moment an, den Julian jetzt meinte gefunden zu haben. Noch ein Blick nach rechts und einer nach links. Als er jedoch losstürmen wollte packte ihn jemand an beiden Schultern und zog ihn zunächst zurück in die Deckung. Als Julian laut aufschreien wollte, war ihm das nicht möglich, da dieser Jemand nun auch die Hand über seinen Mund hielt. Anhand des Aussehens der Hände und des Körperbaus hatte Julian bereits erkannt, dass es sich um eine Frau handeln musste und daher überraschte es ihn erstaunlich wenig als er sich nach ihr umdrehte und sah, dass es sich um Christina handelte. Diese nahm schnell ihre Hand von seinem Mund und hielt sich schnell als Geste für Julian, dass er ruhig sein sollte den Zeigefinger vor ihren Mund. Julian hatte genauso schnell verstanden und nickte zustimmend. Dann gab Christina ihm ein Handzeichen, dass er ihr folgen sollte, was er schnell tat. Christina führte ihn in die Gegenrichtung zu seinem eigentlichen Ziel, das der offizielle Ein- und Ausgang des Festivals war. Immer wieder stoppten sie und ließen Soldaten-Gruppen passieren, bevor sie weiter gingen. Tatsächlich hatte Christina ihn an eine offene Stelle in der Umzäunung geführt, durch die sie beide völlig unbemerkt das Festival-Gelände verlassen konnten und nun zusammen unterwegs in den Wald waren.

Immer tiefer drangen sie beide in den Wald vor, der auch immer dichter und schwieriger zu durchqueren wurde. Das Militär hatte sie nicht bemerkt und folgte ihnen auch nicht weiter. Für Julian war es jedoch nur eine Frage der Zeit bis ihnen auffallen würde, dass weder Julian noch Christina an den Orten sein sollten, an denen sie vom Militär vermutet wurden. Für den Moment waren sie jedoch sicher hier und entschieden sich, sich entkräftet mit dem Rücken an jeweils einen Baum zu setzen und erst einmal tief durchzuatmen.
„Ich danke dir… Ich weiß nicht ob ich das ohne deine Hilfe geschafft hätte“, kommentierte Julian dann entkräftet.
„Wenn du auf mich und die anderen beiden gehört hättest, wäre das gar nicht erst nötig gewesen“, antwortete Christina und Julian sackte innerlich kurz in sich zusammen, da ihm klar wurde, dass sie absolut recht hatte. „Was war denn jetzt da unten los?“, fragte sie dann wesentlich verständnisvoller als Julian sehr lange geschwiegen hatte.
„Es war eine Falle. Leutnant Palmer war nicht dort unten. Er war immer noch in der Basis. Wenn wir an ihn heran kommen wollen, müssen wir dort noch einmal rein... Irgendwie…“, erklärte Julian dann.
„Ja, aber die Aliens sagten, dass es sich um einen Angriff dieser Tentakel-Monster handeln würde und dass sich ein, warte kurz... Ein Dimensionaler Riss gebildet hätte…“, warf Christina verwirrt und unsicher wegen der wissenschaftlichen Details ein.
„Das ist der Teil, der mich auch noch sehr verwirrt dabei. Anscheinend kann das Militär diese Mistviecher her rufen. Aber sie können sie wohl noch nicht kontrollieren. Wieder etwas, das uns wahrscheinlich Leutnant Palmer genauer sagen könnte, wenn wir nur irgendwie an ihn heran kämen“, antwortete Julian niedergeschlagen. „Was ist mit Kim und Sandra und ihren Erinnerungen?“, fragte er dann noch einmal nach, aber bereits an ihrem Kopfschütteln konnte Julian die bevorstehende negative Antwort erkennen.
„Sie haben wohl scheinbar alles versucht, aber nichts hat funktioniert. Ganz am Ende wollten sie so ein Gerät in dem Raum aufstellen in dem wir dich gefunden hatten… Ich glaube sie nannten es einen Chronoton-Anker oder so ähnlich… Und meinten dass das vielleicht helfen würde, weil du dann da an dieser Stelle wieder aufwachen würdest oder so ähnlich. Aber leider hat der Zyklus geendet bevor sie es hatten starten können“, erklärte Christina ihre Reaktion nun auch noch und Julian brach weiter innerlich zusammen. Jetzt hatte er auch noch Kim und Sandra verloren… Schon wieder. Und dieses Mal war es auch noch durch sein eigenes Versagen. Er wusste nicht wie lange er diesen Zustand noch ertragen könnte und er war sich unsicher ob er fähig war diese Konsequenzen zu tragen, die sein Handeln gerade gehabt hatten.
„Gottverdammt! Ich hab´s verkackt!“, rief er dann wütend aus und schlug einmal mit der Faust auf den weichen Moosboden. „Ich bekomme auch wirklich gar nichts auf die Reihe. Ich bin zu blöd für wirklich alles… Ich…“, sprach er dann weiter und konnte nicht vermeiden, dass er in Verzweiflungstränen ausbrechen sollte. „Ich bin einfach ein beschissener, kleiner Vollversager… Ich…“, brachte er dabei noch zwischen seinen Schluchzern heraus als er plötzlich Christinas sanften Griff an seiner Hand fühlte. Sie hatte sich ferner vor ihm platziert und sah ihm nun direkt in die Augen. Himmel war diese Frau so wunderschön.
„Julian, bitte… Du kannst mir eine Sache glauben… Ich hätte dich niemals angesprochen und mich dir mit der Sache mit dem Time Loop anvertraut, wenn ich dich auch nur im Ansatz für einen Versager halten würde“, sagte sie dann sehr zu Julians Verwirrung. Er wusste überhaupt nicht wie er reagieren sollte. Noch dazu kam, dass er gerade wirklich jedes kleine bisschen Selbstkontrolle aufbringen musste um nicht etwas gefährlich dummes zu tun. Ein Rascheln im Wald riss sie beide aus dem Moment und lenkte die gesamte Aufmerksamkeit der beiden wieder auf die Gesamtsituation bei der sie immer noch auf der Flucht vor dem Militär waren. Selbst wenn es sich lediglich um ein Tier gehandelt hatte, sie konnten es unmöglich riskieren.
„Wir müssen weiter“, kommentierte Christina nun und Julian nickte zustimmend, bevor sie beide wieder aufstanden und sich weiter durch den Wald kämpften.
„Und als nächstes müssen wir irgendwie zuerst Kim und Sandra überzeugen uns zu helfen und dann die Aliens“, sprach Julian dann plötzlich.
„Das klingt so als hättest du einen Plan…“, kommentierte Christina.
„Den hab ich, aber der wird keinem von uns wirklich gefallen“, antwortete er.
„Das sehen wir dann. Überlass deine beiden besten Freundinnen mir“, sagte sie, während sie beide eine Straße erreichten und dieser vorsichtig zu folgen begannen. Immerhin nutzte auch das Militär diese Wege und wenn sie nicht aufpassten könnten sie gerade dort gefunden werden.

Tatsächlich sollte alles gut gehen und sie das nächste Dorf ohne größere Zwischenfälle erreichen. Von dort aus stahlen sie beide ein Auto, dass Christina mit Hilfe der Alien-Technologie in ihrem Arm-Panzer gehackt hatte. Eines dieser fortschrittlichen Elektro-Autos, ein Tesla oder sowas. Julian kannte sich mit dieser Sorte Vehikel überhaupt nicht aus.
„Du musst mir unbedingt zeigen, wie du das hinbekommen hast“, kommentierte Julian dennoch bevor er auf der Beifahrer-Seite einstieg und Christina fahren ließ. Auch diese Fahrt verlief erstaunlicher Weise ohne Zwischenfälle mit dem Militär und sie erreichten Kim und Sandras Unterkunft, wo Christina sehr schnell die beiden mit Hilfe von holographischen Projektionen aus ihrem Arm-Panzer, Voraussehen ihrer Handlungen und einer guten Portion eines selbstbewussten aber sehr freundlichen Auftritts von der Wahrheit überzeugt hatte. Schneller als Julian es jemals hätte können. Wäre Christina weniger hübsch gewesen, wäre er wahrscheinlich auch schrecklich neidisch geworden. Nun war es jedoch an der Zeit seinen Plan zu erklären und den dreien zu offenbaren.
„Julian! Das ist wirklich das dümmste das jemals jemand für mich tun wollte!“, rief Christina schockiert aus.
„Bist du wirklich sicher, dass du dich sowas nochmal aussetzen willst?“, fügte Sandra schnell an.
„Und überhaupt. Das kommt gar nicht in Frage, Julian! Wir finden einen anderen Weg“, kommentierte nun auch noch Kim.
„Und wie genau sollte der aussehen? Wir haben nur diese eine Möglichkeit. Es ist der einzige Weg an Palmer heran zu kommen. Und wenn wir ihn haben werden wir dem ganzen hier ein Ende setzen“, sagte Julian nun erstaunlich selbstsicher für seine Zwecke. Er hatte das Gefühl genau zu wissen was er da gerade tat.
„Und wenn der schlimmste Fall eintritt?“, warf nun dennoch eine unglaublich besorgte Christina ein.
„Dann werdet ihr drei da sein und mich raus holen“, antwortete Julian erneut äußerst selbstsicher.
„Ich weiß ja echt nicht… Von dem was du erzählst her scheint es wirklich der einzige Weg zu sein, aber der Plan ist irgendwie so… richtig dumm und setzt dich ganz alleine schlimmsten Höllenqualen aus wenn er schief geht“, kommentierte Sandra noch einmal.
„Ist mir immer noch lieber als dass ich eine von euch Dreien diesen Qualen aussetzen würde“, antwortete Julian darauf und unerwarteter Weise erhielt er darauf keine Antwort. Aber was hätten sie darauf auch antworten können? „Ich möchte auf gar keinen Fall je wieder, dass jemand der mir etwas bedeutet darunter leiden muss, dass ich mal wieder irgendwelchen Mist gebaut hab“, erklärte er sich dann leise noch weiter.

Huh? Was war denn nun geschehen? Der Zyklus hatte sich neu gestartet und Julian fand sich in seinem Bett im Transporter wieder. Aber wieso? Hatte ihn jemand getötet ohne dass Julian es bemerkt hatte? War es einer von diesen Dreien gewesen? Spielte es überhaupt eine Rolle? Lautstark begann Julian drauf los zu lachen, da ihm das alles gerade wirklich zu viel wurde. Jetzt war eine seiner drei Freundinnen auch noch eine Serien-Killerin oder wie? Julian hatte gar nicht mal richtig mitbekommen wie Soldaten die Seitentür aufgerissen hatten und ihn auf den Boden schleuderten. Er ließ einfach alles ohne jeden Wiederstand über sich ergehen. Auch dass man ihn einfach wieder in die Militär-Basis zurück brachte ließ er einfach über sich ergehen. Er lachte lediglich hin und wieder ein wenig verstandlos über alles. Ansonsten starrte er einfach in die Leere, so wie er das letzte Mal schon getan hatte als ihn das Militär in seiner Gewalt hatte. Mittlerweile waren sie in der Basis angekommen und Julian wurde aus dem Geländewagen geholt, der sie dorthin gebracht hatte. Nur langsam schlossen sich die gewaltigen Tore der unterirdischen Basis und besiegelten Julians Schicksal. Nun würde er für immer ein Versuchsobjekt des Militärs sein. Aber das war ihm egal. Vielleicht war es ein Weg hier raus. Ein Weg aus diesem sich immer und immer und immer wieder wiederholenden Weltuntergang. Drei Soldaten bewachten ihn mit bereiten Sturmgewehren. Darauf ihn mit Kabelbindern zu fesseln hatte man offensichtlich wegen seines geringen Wiederstandes verzichtet. Anscheinend warteten sie dort am Eingang auf etwas. Und als sich plötzlich Oberst Kurzmann und Leutnant Palmer durch das geordnete Chaos im Eingangsraum kämpften, wusste selbst Julian worauf sie gewartet hatten. Das Problem war jedoch einfach dass es ihm völlig egal war. Genauso wie es ihm egal war, dass sich Oberst Kurzmann äußerst provokativ vor ihm platzierte und versuchte einen tiefen Blick in seine Augen zu bekommen. Julian behielt seinen Blick in die Leere einfach weiter bei und reagierte nicht auf den Oberst.
„Was stimmt denn mit dem nicht?“, warf er dann äußerst irritiert ein.
„Das kann ich leider auch nicht so genau sagen, Sir. Aber wenn sie wünschen, kann ich es versuchen heraus zu finden, Sir“, antwortete Palmer schnell.
„Nein, Nein. Schon gut Palmer. Es interessiert mich nicht wirklich warum diese beschissene, kleine Schneeflocke hier sich aufführt als ob sie schon tot wäre. Wird sie bestimmt ohnehin bald sein“, kommentierte Kurzmann dann und sah Julian noch einmal skeptisch ins Gesicht, als würde er nicht glauben, dass Julians Zustand real wäre. „Nun… Ich denke dann, es handelt sich um ihr Versuchsobjekt, Leutnant Palmer“, sagte er dann und Palmer bestätigte schnell mit einem Salutieren und einem lautstarken „Sir!“, bevor er sich Julian ebenfalls noch einmal genau ansah.
„Bringen sie ihn zunächst in den Chronoton-Abschirmungs-Raum. Ich werde ihnen Bescheid geben, wenn sie ihn von dort aus in den Kristall-Raum verlegen sollen“, befahl nun Leutnant Palmer an die drei Soldaten, die Julian bewachten, welche ebenfalls mit einem lautstarken „Sir!“ bestätigten und dann Julian links und rechts am Arm packten um ihn in den leeren, sterilen Raum zu bringen in dem Julian schon zuvor viel mehr Zeit verbracht hatte als es ihm lieb gewesen war. Nur noch diese kurze Wartezeit und dann wäre bald alles vorbei.

Julian hatte erneut jedes Zeitgefühl in diesem viel zu kleinen Räumchen verloren. Dieses Mal hatten sie ihm nicht einmal diese Schiebeliege darin platziert. Nicht einmal einen Stuhl oder einen Tisch oder irgendetwas anderes, was ihm sein Dasein in irgendeiner Weise angenehmer hätte gestalten können. Nein, dieses Mal waren es nur er und dieser sterile Raum. Wie gut, dass ihm das alles eigentlich vollkommen egal war, so konnte es ihn auch nicht treffen. Er hatte sich lediglich auf den blanken Boden gesetzt, wo er verstandlos vor sich hin kicherte und in die Leere des Raumes starrte. Sein Vater hatte es immer gewusst. Er hatte immer gewusst, dass Julian kein gutes Ende nehmen würde und nun würde er offensichtlich recht behalten. Plötzlich begann sich die Tür vor ihm zu öffnen und drei Männer traten ein. Zwei davon waren Soldaten mit Sturmgewehren. Der dritte war Leutnant Palmer.
„Es ist soweit. Bringen wir´s zu Ende“, sagte Palmer als die beiden Soldaten sich Julian packten und ihn vom Boden auf die Beine hoben. Bis auf die Schwerkraft leistete Julian dabei keinen Wiederstand, ebenso wenig als er durch die Gänge der Basis geführt wurde. Julian hatte schon längst jeden Überblick verloren wo er eigentlich genau war und bekanntlich interessierte ihn das jetzt auch nicht mehr. Dennoch konnte er sich der Schönheit des Kristalls nicht entziehen, den er dort vor sich sah. Vielleicht wirkte er auch nur so schön weil Julian ihn als Schlüssel zum Ende betrachtete. Zum Ende seines Leidens. Er hatte lange genug in dieser Zeitschleife gesteckt und wenn er jetzt dem Militär half dieses Problem zu lösen, dann würde das Leben ihn mit dem Ende und einer Erlösung belohnen.
„Was war das?“, warf plötzlich einer der Soldaten ein als ein Erdbeben die Basis durchzog. Dann ein weiteres und noch ein weiteres.
„Wir werden angegriffen! Die selben Aliens wie einige Zyklen zuvor schon“, rief einer der Männer an den Computern aus.
„Dieses Mal werden sie nicht einmal…“, begann Leutnant Palmer auszurufen, bevor sich gleich 15 Aliens unterschiedlicher Größe und Bewaffnung in dem gewaltigen Kristall-Raum per Teleporter materialisierten und ihre Plasma-Gewehre in die Reihen der Soldaten richteten, welche in einer schnellen Reaktion die seltsamen Energie-Waffen die Julian schon bei seinem letzten Aufenthalt in der Basis gesehen hatte auf die Aliens richteten. Julian fiel direkt auf, dass dieser Angriffstrupp der Aliens größer war, aber wesentlich schlechter ausgerüstet.
„FEUER!“, schrie einer der Soldaten aus und das Chaos sollte beginnen. Blaue Plasma-Projektile fegten massenweise in die eine Richtung und rote Energie-Projektile in die andere. Der erste Soldat sollte von einem der Plasma-Projektile verdampft werden und hatte nicht einmal richtig Zeit zum Schreien. Allerdings wurde auch einem der Aliens durch eines der roten Energie-Projektile des Militärs der Kopf zur Explosion gebracht. Blut und Hirnmasse verteilten sich dabei auch über Julian, der immer noch wirkte als wäre ihm alles egal und einen völlig schockierten Leutnant Palmer, der völlig überfordert mit der gesamten Situation wirkte. Schnell suchten sich die Soldaten Deckung, während die Aliens versuchten ihnen genauso schnell dorthin zu folgen. Auch Leutnant Palmer suchte offensichtlich schnell nach etwas, dass ihm als Deckung dienen könnte. Er war allein. Er war in Julians Nähe. Niemand achtete gerade auf ihn. Einen besseren Moment würde Julian nicht bekommen. Und so begann er intensiv an eines der Alien-Schwerter zu denken, während er eine der ersten Barrikaden vor dem Kristall als Grundmaterial für seinen Fabrikator benutzte. Der Vorgang dauerte keine ganze Sekunde. Nun sollte es darauf ankommen. Das Timing musste genau passen.


Leutnant Palmer reagierte offensichtlich vollkommen irritiert als Julian ihm das Schwert an den Hals hielt und sich schnell seine Pistole aus dem Waffengürtel nahm, die er dem irritierten Leutnant zusätzlich noch an den Kopf hielt.
„Was zum…?“, brachte er lediglich noch raus. „DU!“, schrie er dann wütend auf. „Dein Zustand… Das war alles nur gespielt!“, fügte er dann noch hinzu.
„Bingo... Und du bist drauf rein gefallen“, antwortete Julian gelassen und zog den wütenden aber wehrlosen Leutnant langsam nach hinten in Richtung der Tür ungeachtet des Projektil-Regens der sich vor den beiden ereignete. Palmer leistete bei allem dem erstaunlich wenig Wiederstand, aber Julian wusste auch genau, dass er wachsam bleiben musste. Vielleicht wartete er nur auf eine besonders gute Gelegenheit. Mittlerweile hatten sie den Raum verlassen und schnell musste Julian feststellen, dass dies ein gewaltiger Großangriff war mit dem Ziel die Militär-Basis zu vernichten. Die Aliens griffen das Militär mit einer gewaltigen Einsatz-Truppe an. Julian hatte längst den Überblick über ihre Anzahl und Bewaffnung verloren. Mal ganz davon zu Schweigen, dass Julian sich unsicher war ob die Aliens das überhaupt schaffen konnten, das war nicht der Plan gewesen. Ursprünglich hatten sie lediglich etwas Chaos verursachen sollen, so dass Julian mit Palmer entkommen konnte. Eine kleine Ablenkung eben. Da waren Christina, Sandra und Kim wohl offensichtlich massiv über ihr eigentliches Ziel hinaus geschossen, als die Aliens von dem Angriff überzeugt hatten. Julian wusste nicht was er jetzt tun sollte. Aber er musste schnell etwas tun, denn nun kam ein kleinerer Militär-Trupp mit Energie-Waffen auf ihn und Palmer zu.
„Waffen fallen lassen!!! SOFORT!!!“, schrie einer von ihnen Julian autoritär an und hätte Julian fast zum Lachen gebracht durch die Absurdität der Situation. Aber er wusste auch, dass er jetzt unbedingt konzentriert und bei der Sache bleiben musste. Außerdem wusste er, dass sie ihm nichts tun konnten so lange wie er Leutnant Palmer in seiner Gewalt hatte. Plötzlich krachte ein Plasma-Projektil von einer Quelle hinter Julian in einen der Soldaten und ließ diesen umgehend in einem blutigen Vorgang zerplatzen. Die Soldaten erwiederten das Feuer mit ihren roten Energie-Waffen. Julian bekam noch mit wie eines der Aliens hinter ihm von einem der Projektile am Torso durchschlagen wurde und laut schreiend zu Boden ging. Julian entschied sich Palmer weiter voran zu treiben, da die Soldaten jetzt definitiv mit dem Kampf mit den Aliens beschäftigt waren. Julian zählte die Projektile die ihn knapp verfehlt hatten schon gar nicht mehr, als er Palmer an den Soldaten vorbei, weiter in Richtung Ausgang führte. Dabei krachten plötzlich zwei Exoskelete der beiden Fraktionen durch die linke Wand direkt vor ihnen, die sich gerade in einem Kräftemessen befanden und verschwanden wieder durch die rechte. Da war der Ausgang. Es war nicht mehr allzu weit. Die Tür war sogar schon aufgesprengt worden. Allerdings war der gesamte Eingangsbereich ein einziges Chaos. Eine einzige Todeszone. Projektile von unterschiedlichen Waffensystemen, Raketen, Strahlen. Alles flog in völlig chaotisch wirkenden Mustern von einer Seite auf die andere und manchmal hinterließ es nicht zu unterschätzende Explosionen. Exoskelete befanden sich in Faust und Schwert-Kämpfen oder waren Teil dieses Projektil-Infernos. Nur langsam sollte Julian mit Palmer voran kommen, da dieser sich massiv dagegen wehrte in diese Todeszone gebracht zu werden. Ein Schwarm Raketen krachte direkt neben den beiden in den Boden und hinterließ dort nicht zu unterschätzende Explosionen. Ein Plasma-Projektil fegte knapp an Palmers Kopf vorbei und ein rotes Energie-Projektil verfehlte Julians Fuß nur sehr knapp. Ein Militär-Exoskelet schleuderte eines der Aliens mit deiner gewaltigen Kraft gerade zurück, wo es nur wenige Zentimeter an Julian und Palmer vorbei fegte. Anschließend verwickelten sich beide Kampfanzüge direkt hinter den Beiden in einen gewaltigen Faustkampf. Plötzlich fühlte Julian einen gewaltigen Schmerz in seinem Fuß, den Palmer mit einem kräftigen Tritt darauf hinterlassen hatte. Er konnte nicht vermeiden, dass er seinen Griff lockerte und Palmer die Möglichkeit eröffnete einen Tritt gegen sein Bein hinzu zu fügen. Unter starken Schmerzen ging Julian kurz zu Boden, während Palmer schnell voran stürmte.
„STOPP!“, rief Julian noch aus als in dem gewaltigen Chaos ein rotes Energie-Projektil den Leutnant treffen sollte und direkt seinen Torso zerplatzen ließ. Die Blutfontäne traf sogar noch Julian, der sich in Reaktion darauf flach auf den Boden warf um möglichst keinem Projektil in den Weg zu kommen. „FUCK! SCHEIßE!“, fluchte er dann lautstark als ihm klar geworden war, dass Leutnant Palmer gerade gestorben war und damit der einzige Weg das Geheimnis hinter den Time Loops als auch das hinter dieser Monster-Apokalypse zu erfahren verschwunden war. Aber das aller schlimmste war dass es Julian jetzt nicht mehr möglich sein sollte sich an diesem Schwein, das ihm all diese Dinge angetan hatte, dass es jetzt nicht mehr möglich werden sollte sich an ihm zu rächen. Julian musste sich die Verzweiflungstränen zurück halten, denn er befand sich immer noch mitten in einer Großoffensive gegen eine Militärbasis. Plötzlich begannen sich jedoch völlig von selbst die Blutspritzer an Julian abzulösen und selbstständig zurück zu den Resten von Palmer zurück zu kehren. Langsam setzte sich der Leutnant wieder zusammen und reagierte im Anschluss genauso wie Julian es immer nach einer Zeitschleife getan hatte. Erst jetzt fiel Julian das metallische Armband am rechten Arm des Leutnants auf, der sich immer noch nach Verletzungen abtastete und weder auf Julian, noch auf die Schlacht achtete.
„Praktisch…“, kommentierte Julian diese unerwartete Wiederauferstehung noch, bevor er schnell aufsprang und sich den Leutnant wieder packte, wobei er ihn erneut mit Pistole und Schwert bedrohte. Plötzlich platzierte sich ein Panzer des Militärs in den Weg der beiden und richtete seine Kanone in ihre Richtung. Julian entschied sich jedoch in einem unglaublichen Geistesblitz den Holoprojektor seines Arm-Panzers einzusetzen und eine Projektion eines Alien-Exoskelets dass den Panzer von rechts angreifen würde zu bilden. Und tatsächlich reagierte das Panzerfahrzeug darauf. So konnte Julian Palmer unbehelligt am Panzer vorbei führen und den Ausgang der Basis erreichen. Als der Panzer die Hauptwaffe abfeuerte und lediglich ein Hologramm treffen sollte waren sie schon längst an diesem vorbei und hatten die Basis verlassen. Tatsächlich hatte dort bereits eines der größeren Raumschiffe auf ihn gewartet und teleportierte sie alle beide an Bord.
„Was zum…? Was geschieht hier? Was…?“, fragte Palmer direkt verwirrt aus, bevor ihn zwei gewaltige Alien-Kämpfer an beiden Armen packten. „Was werdet ihr mit mir machen? Hey du da! Hey!“, rief er dann Julian zu, der ihn die ganze Zeit bewusst ignoriert hatte.
„Was weiß ich? Seh ich aus als ob mich das irgendwie interessieren würde?“, fragte Julian lediglich in ehrlichem Desinteresse zurück und sah zu wie die Aliens den schreienden Palmer weg brachten. Erst jetzt bemerkte Julian wie angespannt er immer noch war und wie schwer es ihm fallen sollte zu entspannen, trotz der Tatsache, dass sein schrecklich dummer Plan gerade tatsächlich funktioniert hatte, trotz der Tatsache, dass gerade keine offensichtliche Gefahr mehr drohte. Noch immer war sein Atem im Notfallmodus und durch gezwungenes tiefes Ein- und Ausatmen schaffte Julian es langsam seine Anspannung etwas zu senken. Zumindest so lange bis eine Erschütterung das Schiff durchzog und ihn auf den Boden der Tatsachen zurück brachte. Eine weitere folgte. Dann wies ein anderes Alien ihn durch ein Handzeichen an ihm zu folgen. Julian tat wie ihm geheißen, obwohl ihm die ständigen Erschütterungen missfallen sollten und er sich immer noch nicht sicher war ob er diesen Aliens vertrauen konnte.

Tatsächlich hatten sie Julian dieses Mal in einen zumindest minimal freundlicher wirkenden Raum gebracht als beim letzten Mal. Das lag vor allem daran, dass sich zumindest ein Tisch in Stehhöhe dieser Aliens darin befand, wenngleich Julian sich auch wenigstens ein paar Sitzplätze gewünscht hätte. Außerdem gab es einen Blick nach draußen, wo Julian erkennen konnte, dass sie sich einige tausend Meter über der Erdoberfläche befanden und die Tatsache dass die Erschütterungen gestoppt hatten sagte Julian dass sie wohl auch die Nähe der Militärbasis verlassen hatten mussten und jetzt auch nicht in direkter Gefahr waren. Zumindest wenn man von Gefahr durch diese Aliens absah. Ansonsten war der Raum so steril und düster wie alles in diesem Schiff es war. Was Julian allerdings überhaupt nicht düster erscheinen sollte, war die Tatsache dass sich die Tür öffnete und sowohl Kim und Sandra als auch Christina eintraten. Julian konnte fühlen wie er ganz automatisch begann zu lächeln da er sich definitiv sehr freute die drei zu sehen. Erneut war es Kim, die sich nicht zurück halten konnte und Julian direkt umarmte. Sandra folgte als nächste. Christina hielt sich lieber etwas zurück und platzierte sich einfach ein Stück abseits der Gruppe am Tisch. Irgendetwas missfiel ihr an der gesamten Situation und Julian war sich unsicher was es war.
„So, jetzt haben wir diesen Typ eingefangen… Und wie hilft uns das jetzt genau das Festival und meinen Freund zu retten?“, warf sie dann als erste ein und zog Julian zurück in die Realität in gleich so vielen Belangen.
„Naja… Ich bin mir sicher, dass Palmer weiß wie wir die Zeitschleife beenden können“, antwortete Julian gelassen.
„Und selbst wenn… Er wird es uns niemals freiwillig sagen“, wiedersprach Christina ziemlich aufgebracht.
„Lass das doch einfach mal meine Sorge sein“, versuchte Julian sie zu beschwichtigen.
„Julian? Was hast du vor?“, warf nun Sandra äußerst besorgt ein.
„Ich hab da einen Plan. Und wenn ich fertig bin, werde ich alles wissen was ich wissen muss“, antwortete Julian absichtlich sehr wage.
„Das beantwortet unsere Frage aber ganz und gar nicht“, stellte Kim jetzt jedoch fest.
„Das sollte es auch nicht“, kommentierte Julian immer noch unglaublich gelassen und selbstsicher und sowohl Kim als auch Sandra reagierten in einer schockierten Art und Weise. Christina eher weniger. Julian wusste, dass sie ahnte was er vor hatte, aber sich absichtlich heraus hielt, da sie erkannte dass es der einzige Weg sein würde um ihren Freund zu retten.
„Aber jetzt mal ganz nebenbei… Ihr hattet die Aliens zu einer kleinen Show überreden sollen, nicht gleich zu einem kompletten Großangriff“, warf er dann mit einem leicht scherzhaften Tonfall ein.
„Naja… Das war insgesamt nicht so einfach sie überhaupt dazu zu bewegen“, antwortete Kim.
„Wie habt ihr es überhaupt geschafft?“, fragte Julian weiter.
„Indem wir ihnen gesagt haben, dass das Militär diese Monsterviecher herrufen wird“, antwortete Christina anstelle der anderen beiden, die ohnehin gewirkt hatten als ob sie etwas zu verbergen hätten.
„Moment… IHR HABT WAS?“, rief nun Julian schockiert aus.
„Wir hatten kaum eine andere Wahl. Irgendeinen Grund der ihnen gereicht hätte, mussten wir ihnen geben. Wegen einem oder zwei Menschen, die dort gefangen gehalten werden, würden sie niemals eingreifen, das war letztes Mal auch schon so. Selbst wenn es du und dieser Leutnant Palmer sind“, antwortete Christina.
„Verstehe…“, kommentierte Julian, der das ganze zwar erst einmal verarbeiten musste, aber nicht leugnen konnte, dass er verstehen konnte, weshalb die drei diese Entscheidung getroffen hatten.
„Aber ernsthaft Julian! Bitte mach sowas nie wieder, auch wenn´s dieses Mal gut gegangen ist“, meldete sich nun Sandra zu Wort.
„Sobald die Sache hier vorbei ist werde ich sowas auch nie wieder machen, das kann ich dir versprechen“, antwortete Julian als sich die Tür öffnete und eines der Aliens eintrat.
„Es ist nun möglich den Gefangenen zu sehen und zu verhören, Terraner“, sprach die bekannte Computer der Übersetzungsgeräte Julian an und ohne ein weiteres Wort machte Julian sich auf den Weg aus dem Raum. Er konnte nicht leugnen, dass er sich unglaublich auf das freute was ihm nun bevor stehen würde. Sogar so sehr, dass er ungewollt seine Schritte beschleunigte. Der Plan, den er im letzten Loop mit den dreien gemacht hatte, hatte funktioniert und gleich würde er endlich die Rache bekommen, die er verdiente nach allem dem was dieser Palmer ihm angetan hatte.
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OK. Ganz unerwarteter Weise bin ich tatsächlich in diesem Teil genau dorthin gekommen wo ich hin wollte. Der Weg missfällt mir aber teilweise (nur teilweise, die Idee dass er sich absichtlich vom Militär einkassieren lässt und dann Palmer entführt gefällt mir selbst schon ziemlich :mrgreen:, bloß der Rest irgendwie nicht so sehr :headbang: ) und ich werde das Gefühl nicht ganz los, dass hier irgendetwas nicht mehr ganz stimmt. Aber selbst nach einem ganzen Zusatztag Bedenkzeit, wollte mir das einfach nicht dämmern. Ansonsten hoffe ich, dass alle weiterhin Spaß mit der Geschichte haben und zum nächsten Kapitel wieder da sind. :D
Ob das allerdings so bald kommt, kann ich noch nicht sagen. Ich hab jetzt noch vier Tage zeit, dann bin ich eine Woche weg... Mal wieder ein Metal Festival. :rofl: Es ist möglich dass der nächste Teil nicht mehr vorher fertig wird und dann erst in zwei Wochen oder so kommt. Bisher war´s ja so zwei Teile pro Woche. ^^"

Re: [RC18](Horror/Sci-Fi/Fantasy) Lost in Time

Verfasst: So 9. Aug 2026, 18:16
von Child of Bodom
Neues Intro: The Amity Affliction – Break These Chains

Neues Outro: Cyhra – Miss Me When I Am Gone

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Kapitel 18 – Rache wird am besten kalt serviert:

Bild

Tatsächlich hatte das Alien Julian in den Raum geführt in dem sie Leutnant Palmer gefangen hielten. Offensichtlich eine dafür vorgesehene Zelle, anders als die Räume in denen sie Julian unter gebracht hatten. Dieser Raum wurde offensichtlich von außen mit gleich vier Wachposten bewacht und war zusätzlich zur Tür mit einer Art Schleuse versehen, welche wiederrum von zwei Energie-Feldern geschützt wurden. Eindeutig sollte das was sich dort drinnen befand nicht so einfach wieder heraus kommen können. Der Raum selbst war extrem düster und wohl auch nicht unbedingt im besten Zustand. Es gab keine Fenster nach draußen. Lediglich eine für Menschen möglicherweise gar nicht geeignete sanitäre Anlage und eine harte Metall-Liege. Obwohl es sich genauso gut um einen Tisch handeln konnte, das ließ sich anhand der Optik des Gebildes gar nicht so genau sagen. Leutnant Palmer saß dort an der hintersten Wand des Raums und hatte sich so klein gemacht wie es ihm mit seinen in Metallfesseln vor ihm völlig fixierten Armen möglich war. Er sah verängstigt und ein wenig herunter gekommen aus. Julian war nicht bewusst, dass bereits so viel Zeit vergangen war. Als er Julian sah riss Palmer direkt die Augen auf und zeigte direkt erste Anzeichen von neu gewonnener Hoffnung. Nicht unbedingt das was Julian sich gewünscht hatte, aber irgendwo war es zu erwarten gewesen. Schnell sprang der Leutnant auf und stürmte so nahe an der Energiefeld, das die beiden voneinander trennte, wie es ihm möglich war ohne es zu berühren.
„Hey! Du musst mir unbedingt helfen! Du hast doch Einfluss auf sie. Das hier ist doch bestimmt nur irgendein Missverständnis. Sag denen, dass sie mich gehen lassen sollen“, sprach er Julian direkt aufgeregt an. Dieser spannte direkt jeden einzelnen Muskel in seinem Körper an und brachte jedes bisschen Selbstkontrolle auf um nicht gleich zu versuchen dem Leutnant durch das Energiefeld hindurch einen Schlag zu verpassen. Hatte er gerade wirklich so etwas zu Julian gesagt? Zu dem Menschen an dem er qualvolle Experimente durchgeführt hatte? Dem er 50 Mal den Arm versucht hatte abzuschneiden? Den er so oft qualvoll getötet hatte, dass Julian gar nicht mehr so genau wusste wie oft eigentlich?
„Lasst mich rein“, sprach er die Aliens ruhig aber bereits hörbar wütend an und nach ein paar Sekunden, die sich für Julian wie Stunden anfühlten, deaktivierte sich das Energiefeld vor ihm.
„Bitte… Du musst mir helfen… Ich…“, konnte Palmer gerade noch heraus bringen bevor ihn der Schlag von Julian mit voller Wucht ins Gesicht traf. Blut spritzte zur Seite und Palmer verlor das Gleichgewicht, so dass er nach hinten umfiel. Julian war gar nicht klar gewesen, dass er so fest zugeschlagen hatte. Es war ihm aber auch vollkommen egal. Er genoss gerade viel zu sehr den erschrockenen Blick von Palmer, dem offensichtlich gerade völlig die Worte fehlten. „Nein… Bitte… Bitte…“, bettelte der Militär-Wissenschaftler bevor Julian noch einen weiteren Schlag in dessen Gesicht hinzu fügte und dann noch einen und noch einen weiteren. Blut begann durch den gesamten Raum zu spritzen, gefolgt von einem Schneidezahn und dann gleich zwei Backenzähnen des Leutnants. Julian stoppte lediglich weil seine Arme anfingen zu schmerzen vor Anstrengung und nicht mehr die Kraft hatten für noch einen weiteren Schlag. Palmer blutete stark und sein gesamtes Gesicht war dick und blau von den Schlägen. Dazu fehlten ihm nun sehr offensichtlich Zähne. Unter Schmerzen stöhnend blieb der Leutnant auf dem Rücken auf dem Boden liegen, während Julian einmal tief durchatmete und es noch einmal innerlich besonders genoss dem Mann solche Schmerzen zugefügt zu haben, der dies vorher mit ihm getan hatte.
„Du hast an mir herum experimentiert, mich gequält, mich getötet… Und du hast tatsächlich die Dreistigkeit mich in dieser Situation auch noch um Hilfe zu bitten, du beschissenes kleines Stück Hühnerdreck?“, sprach er dann den fast bewusstlosen Palmer noch an. Dann ging er zu ihm und packte ihn an seiner Kleidung um ihm direkt in die Augen sehen zu können. „Damit das klar ist. Es interessiert mich einen Scheißdreck was die mit dir anstellen, wenn ich mit dir fertig bin. Und das bin ich noch lange nicht“, sagte er dann, schleuderte Palmer wieder unsanft zu Boden und schlug weiter auf dessen Kopf ein. Julian stoppte auch nicht als Palmer sich nicht mehr bewegte. Erst als er bemerkte dass er dessen Schädel völlig zertrümmert haben musste mit seinen vielen Schlägen stand er auf und ging ein paar Schritte zurück. Direkt darauf piepste das Armband an Palmers Arm und Blut, Zähne, Hirnmasse und alles andere kehrten zu der Leiche zurück woraufhin sich der Kopf neu zusammen setzte als wäre das gerade geschehene nicht passiert.

Palmer nahm ähnlich wie Julian, wenn er nach einem Time Loop wieder erwachte, einen tiefen Atemzug und tastete seinen Kopf nach Verletzungen ab, die nicht mehr da waren.
„Hmmmm… Das ist tatsächlich ein ziemlich praktisches Ding. Ich bin mir sicher, dass meine Freunde das gerne haben wollen, zu rein wissenschaftlichen Zwecken natürlich“, kommentierte Julian dann mit einem gewissen Maß an Sarkasmus bevor er zu einem der Aliens hinter dem Energiefeld ging. „Gebt mir bitte folgende Gegenstände oder welche die ähnlich sind“, sagte er zu diesem und nutzte seinen Holoprojektor um eine Kreissäge, ein großes Messer, eines der Plasma-Gewehre und noch einige andere Gegenstände zu projezieren.
„Wir benötigen Zeit. Warte hier Terraner“, antwortete das Alien und machte sich auf den Weg. Dann wandte Julian sich wieder einem völlig schockierten Leutnant Palmer zu. Er schien zu verstehen was Julian gleich vor hatte und hatte offensichtlich Angst davor.
„Bitte… Was willst du? Ich geb dir alles… Bitte…“, bettelte Palmer, während Julian wie ein Raubvogel Kreise um den Leutnant zog.
„Nun… Wie wäre es wenn du mir sagst, was es mit diesen Time Loops die ich erlebe auf sich hat und vor allem… Wie wir sie wieder beenden können“, sagte Julian nun gezwungen freundlich.
„Aber das… Nein… Das ist ein Militärgeheimnis… Das kann ich dir nicht sagen“, antwortete Palmer und wirkte sogar noch panischer als vorher.
„Du kannst und du wirst mir das sagen. Du weißt genau was ansonsten passiert“, kommentierte Julian etwas eindringlicher als zuvor noch.
„Nein… Niemals… Er wird mich töten…“, sagte Palmer und irritierte Julian einen kurzen Moment. Wer würde ihn töten? Etwa dieser Oberst Kurzmann? Und was interessierte Julian das überhaupt?
„Wenn du es mir nicht sagst, werde ich schlimmere Dinge als das tun“, antwortete Julian als sich das Alien am Energiefeld meldete.
„Terraner… Die von dir geforderten Gegenstände sind jetzt bereit“, sprach die Computerstimme des Übersetzungsgeräts und Julian wandte sich kurz von Palmer ab um einen Rollwagen mit diesen darauf am Ausgang entgegen zu nehmen. Nachdem sich das Energiefeld wieder aufgebaut hatte, nahm Julian sich das Gerät, dass einer Kreissäge am ähnlichsten wirkte. Der größte Unterschied bestand darin, dass es sich eher um fünf Klingen handelte die im Kreis rotierten anstelle einer einzigen Kreisförmigen, aber ansonsten schien es ähnlich zu funktionieren.
„Bitte… Ich… Nein… Bitte…“, wimmerte Palmer, brach in Tränen aus und versuchte sich mit seinen Beinen verzweifelt von Julian weg zu schieben, kam aber lediglich in ein paar Zentimetern voran.
„Denkst du wirklich, dass mich dein Gewimmere und Geflenne von irgendetwas abhält? Hat dich etwa meins damals von irgendetwas abgehalten?“, fragte Julian noch und sah in Palmers erschrockenes Gesicht als diesem genau das klar wurde. „Moment mal… Das ist doch jetzt nicht dein beschissener Ernst… Hast du dich etwa wirklich voll gepinkelt du mieser kleiner Wurm?“, fragte Julian dann hörbar wütend darüber, bevor er die Kreissäge startete und den Arm des Leutnants abtrennte. Er sollte sich weder an dessen Schmerzensschreien noch an dem ganzen Blut dass er dabei über den Raum und sich selbst spritzte noch am Vorgang selbst besonders stören. Im Gegenteil. Julian genoss es so unglaublich. Jeder einzelne Schrei dieser miesen kleinen Ratte gab ihm mehr Befriedigung als es seine ersten Liebschaften auf dem Festival hatten können. Direkt als der abgetrennte Arm zu Boden fiel begann das Armband zu piepsen und setzte wohl für Palmer den Zyklus zurück, so dass sich Arm recht schnell wieder an Palmer befand. „Hmmmm… Interessant…“, kommentierte Julian gelassen. „Sieht aus als ob wir das noch einmal mit mehr Sorgfalt probieren müssten“, fügte er dann noch sarkastisch hinzu, bevor er den Arm einfach noch einmal absägte. Und dann noch einmal und dann noch ein weiteres Mal.

Julian genoss es einfach zu sehr wie Palmer sich unter Schmerzen wandte und wie er litt. Erst nach dem fünfzigsten Mal fühlte Julian sich langsam davon gelangweilt seinen Arm ständig abzusägen. Es war Zeit für die nächste Stufe. Und so ging Julian langsam und gelassen zu dem Wagen voller Werkzeuge und Waffensysteme und begann sie ruhig und ausgiebig zu begutachten. Er musste jetzt ganz genau wählen was er als nächstes tun würde. Schließlich sollte Palmer leider, aber Julian musste auch aufpassen. Nicht dass er ihn in einen ähnlichen Zustand versetzen würde wie Palmer das bei ihm selbst getan hatte. Dann könnte er ihm auch nichts mehr mitteilen.
„B… B… Bitte… Ich… Ich… Ich… Es tut mir leid… Es… Ich…“, stotterte Palmer und Julian hob mit einem unglaublich wütenden Blick den Kopf und sah ihm direkt in die Augen. „Ich wollte das alles nicht… Ich hatte meine Befehle… Ich hatte keine andere Wahl…“, begann Palmer dann weiter zu stottern und konnte gar nicht ahnen wie sehr er Julian mit dieser Aussage gegen sich aufgebracht hatte. Schnell hatte Julian sich für das nächste Gerät entschieden, dass er gegen Palmer einsetzen wollte und nahm es vom Rollwagen. Dann stürmte er auf Palmer zu und rammte sein Knie einmal so fest in dessen Bauch, dass ihm die Luft weg blieb. Dann folgte die Faust, die er Palmer ins Gesicht rammte.
„Du kleines Stück Scheiße willst mir jetzt tatsächlich verkaufen, dass du das alles nur getan hast weil du wegen eines Befehls keine andere Wahl hattest?!?!“, schrie er den Leutnant an. „IST DAS DEIN GOTTVERDAMMTER ERNST DU BESCHISSENER MILITÄR-ABSCHAUM?!?!“, fügte er dann noch hinzu während Palmer begann in Tränen auszubrechen.
„Es tut mir so leid“, wimmerte er dabei.
„Vielleicht würde ich dir das abkaufen, wenn unsere Rollen gerade nicht vertauscht wären. So muss ich leider sagen… Fick dich, du Ratte“, antwortete Julian nun wesentlich ruhiger als vorher noch. „Aber ich bin gnädig mit dir Palmer… Ich werde hiermit aufhören, wenn du mir sagst was ich wissen will. Das ist mehr Ausweg als ich damals bei dir hatte und wesentlich mehr als ein beschissenes kleines Stück Dreck wie du verdient hat“, fügte er dann noch äußerst eindringlich hinzu und sah Palmer noch einmal tief in die Augen.
„Das kann ich aber nicht tun…“, antwortete Palmer leise und weiterhin unter Tränen.
„Echt nicht… Schade aber auch…“, kommentierte Julian wieder extrem sarkastisch und nahm mit seinem anderen Arm eines der Plasma-Gewehre der Aliens hinter seinem Rücken hervor, dass er direkt auf Palmer abfeuerte. Diesem blieb nicht einmal eine ganze Sekunde um aufzuschreien, bevor das Projektil ihn traf und er einfach in einem unglaublich blutigen Vorgang zerplatzte. Im Anschluss begann das Arm-Band wieder zu piepen und Palmer setzte sich wieder zusammen und warf sich auf den Boden wo er laut vor Schmerzen aufschrie und sich auf dem Boden wälste als würde er versuchen ein Feuer an einem Körper zu löschen. „Himmel das ist ja jetzt mal richtig erbärmlich. Reiß sich mal zusammen, du Loser. Reagiert ihr Offiziers-Müll vom Militär immer so, wenn ihr selbst in Probleme geratet?“, kommentierte Julian dann im Anschluss.
„Fick dich, Mann! Du kannst ja mal bei Millionen Grad verdampfen und dich wieder zusammen setzen, dann…“, antwortete nun Palmer wütend und stoppte als ihm plötzlich klar wurde zu wem er diese Worte da eigentlich gerade sprach.
„Schön, dass es dir von alleine aufgefallen ist“, kommentierte Julian, richtete die Waffe aus und feuerte sie noch einmal ab. Und dann noch einmal.

Julian musste nach allem dem was er bereits getan hatte eine Sache zugeben. Palmer war entweder offensichtlich ziemlich hart im Nehmen oder, was Julian eigentlich eher annahm, irgendjemand hatte ihm so sehr Angst gemacht, dass selbst das was Julian ihm gerade antat ihm lieber war als das was man ihm angedroht hatte. Und Julian war wesentlich kreativer gewesen in seinen Methoden wie Palmer es gewesen war. Neben Zerstückeln, bei lebendigem Leib Verbrennen, mit Plasma-Waffen erschießen, den Arm abschneiden, abstechen und vielen anderen vergleichsweise schnellen Todesarten hatte Julian ihm auch noch Knochen überall im Körper mehrmals zertrümmert und ihm Zähne und Augen mit einer Zange ausgerissen und das alles auch noch mehrmals, da Palmer sich ja durch sein Armband wieder zusammen setzte sobald sein Blutdruck unter einen bestimmten Wert fallen sollte, so viel hatte Julian bereits durch seine Aktionen und einfache Beobachtung in Erfahrung bringen können. Mittlerweile wusste er nicht einmal mehr wie lange er sich mit Palmer befasst hatte. Es mussten bereits unzählige Stunden vergangen sein, zumindest nach Julians eigenem Gefühl. Und mittlerweile musste Julian sich auch eingestehen, dass es ihn angefangen hatte zu langweilen Palmer auf diese Weise zu quälen. Irgendetwas musste er sich überlegen wie er doch noch an die Informationen kommen könnte.
„Wenn ich dir sage was du wissen willst… Darf ich dann hier raus?“, fragte Palmer plötzlich auf eine Art die Julian überraschte. Es war nicht die übliche unterwürfige Art eines Lehrer- und Vorgesetztenschleimers, die er sonst immer an sich hatte. Eher die Art wie ein gebrochener Mensch diese Frage stellen würde.
„Palmer, du solltest dir über eine Sache absolut im Klaren sein… Du wirst hier nie wieder raus kommen. Egal was du tust oder sagst“, antwortete Julian gelassen und überlegen, bevor Palmer erneut in Tränen ausbrechen sollte. Aber dieses Mal war es ebenfalls anders. Dieses Mal fühlten sich seine Tränen realer an, weniger wie Etwas dass er tat um Mitleid zu erregen und Julian zu manipulieren.
„Bitte… Ich werde dir alles sagen, was du wissen willst… Aber lass mich hinter her gehen… Ich… Ich hab Familie… Eine Frau… Eine kleine Tochter… Eine niedliche kleine Katze… Ein Haus…“, begann er dann vorsichtig zu verhandeln.
„Wenn du mir gleich alles sagst, was ich wissen will, dann werde ich dem hier in jedem Fall ein Ende setzen“, fügte er dann noch hinzu und konnte sehen wie neue Hoffnung in Palmer Blick aufkommen sollte.
„Klar doch… Also wo soll ich anfangen?“, sagte der Leutnant dann und Julian ging zurück zu seiner Ansammlung an Folter-Werkzeugen um das, was er gerade in der Hand hatte zu verstauen. Während dessen hörte er sich Palmers Ausführungen über den Kristall in der Basis, dimensionale Risse, Tentakel-Monster, Kaiju-Monster, Raumfaltung, Zeitdehnung, Zeitstreckung, Zeitblasen und letzten Endes auch Zeitschleifen an. Er hörte sich an wie es dazu kam und wer dafür verantwortlich war. Und er hörte sich Palmers Theorien darüber an wie man das alles beenden könnte, allerdings sollte ihm jedes einzelne Wort über dieses Thema stark missfallen.
„Soll das jetzt etwa ein Witz sein oder so? Willst du mich gerade verarschen?“, fragte Julian extremst aggressiv den davon völlig schockierten Leutnant Palmer.
„Wieso? Ich… Nein… Ich schwöre… Das ist die Wahrheit… Alles was ich weiß… Alles was ich rausfinden konnte… Und alles was ich damit zu tun hatte…“, versuchte Palmer offensichtlich schnell zu beschwichtigen und Julian begann wütend eine Runde um den Rollwagen voller Werkzeuge zu gehen. Das konnte doch nicht der einzige Weg sein… Das war völlig unmöglich... Es musste irgendetwas anderes geben, dass sie alle zusammen tun könnten. Immerhin gab es hier an Bord Alien-Technologie. „Ähm… Entschuldigung… Sir…“, sprach Palmer Julian noch einmal nach einer ganzen Weile an. „Darf ich bitte gehen?“, fragte er dann vorsichtig und Julian nahm sich daraufhin noch einmal ohne ein weiteres Wort das Plasma-Gewehr. „Sir? Bitte… Was haben sie vor?“, fragte Palmer dann schrecklich schockiert, während Julian mit der Waffe auf Palmer zukam und begann das Zeit-Armband zu untersuchen. Er suchte nach einem Öffnungsmechanismus und nahm das Armband ab nachdem er diesen gefunden hatte. „Bitte… Nicht… Bitte… Meine Familie… Meine Tochter…“, begann er dann zu wimmern als ihm klar wurde was gleich geschehen würde.
„…Deine kleine Katze und dein Goldfisch… Jaja, schon klar… Hab verstanden…“, vervollständigte Julian sarkastisch den Satz des Leutnants. „Du kannst dir mit einer Sache sicher sein... Wenn ich mit dir fertig bin, werde ich mit denen gleich als nächstes weiter machen“, fügte er dann noch hinzu.
„Das würdest du niemals tun…“, kommentierte Palmer leise und unsicher.
„Denkst du wirklich, dass der Mann der dazu fähig war dir das alles anzutun nicht dazu fähig ist deine gesamte Drecksippe auszulöschen? Um ehrlich zu sein kommt mir die Kotze hoch, wenn ich nur schon dran denke dass von solchem Abschaum wie dir noch Abkömmlinge auf diesem Planeten rum laufen“, antwortete Julian und schockiert begann Palmer im Anschluss völlig verstandlos zu lachen.
„Aber… Aber… Du hattest versprochen mich gehen zu lassen…“, warf er dann noch schockierter ein.
„Das einzige was ich dir jemals versprochen habe ist dass ich dem hier eine Ende setzen würde… Und das werde ich“, antwortete Julian bevor er das Plasma-Gewehr auf seinen Peiniger ausrichtete.
„Bitte… Bitte… Hab doch Mitleid…“, wimmerte Palmer noch ein letztes Mal besonders erbärmlich.
„Faschistendreck wie du verdient kein Mitleid“, antwortete Julian ihm lediglich bevor er ein letztes Mal die Waffe auf den völlig verstandlos lachenden Palmer abfeuerte und ein letztes Mal genoss wie er zerplatzte und sich in blutigen Stücken im gesamten Raum verteilte. Julian war dieses Mal weit genug von ihm weg geblieben um von der roten Flüssigkeit nichts abzubekommen. Er wollte nicht unbedingt dass Kim, Sandra oder auch nur Christina irgendwie davon erfahren würden, was er gerade getan hatte. Und wenn er keine Spuren davon an sich trug würden sie das wahrscheinlich auch nie. Schnell begann er sich selbst noch einmal auf welche zu überprüfen, aber er konnte keine finden. Erleichtert wie wahrscheinlich noch niemals zuvor in seinem Leben atmete Julian zunächst einmal tief durch, verstaute die Waffe wieder auf dem Rollwagen und meldete sich dann bei einem der Alien-Wachposten um seine Ergebnisse mitzuteilen.

Julian konnte kaum beschreiben wie gut er sich auf der einen Seite fühlte, weil er Palmer endlich das hatte antun können was er verdient hatte, und sich auf der anderen Seite völlig zerstört fühlte wegen der Informationen die dieser ihm gegeben hatte. Am liebsten würde er den gesamten Vorgang gerade noch einmal wiederholen, so sehr regte Julian das Ganze auf. Er hatte zwar gelogen was das vernichten von Palmers Familie anging, aber zumindest hatte er ihn in dem Glauben sterben lassen, dass er das tun würde. Das gab ihm doch zumindest ein wenig Befriedigung wenn er daran dachte was nun alleine schon auf ihn zukommen würde. Er müsste es allen anderen sagen. Und das würde schwierig genug für ihn werden. Dazu hatte er sowohl Christina, Sandra und Kim als auch einige der Aliens in einen der Räume mit einem großen Tisch bestellt an dem jeder bereits die vorgesehenen Plätze eingenommen hatte.
„Alle für dieses Treffen vorgesehenen Personen sind anwesend. Nun sprich, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme direkt darauf Julian an.
„Nun zu aller erst mal. Es stimmt wohl tatsächlich dass diese Arschlöcher vom Militär diese Horror-Monster in unsere Welt geholt haben. Sie haben mit diesem Kristall dort unten Experimente gemacht und dabei einen Dimensionsriss gebildet, der sich auch auf das Raum-Zeit-Kontinuum ausgebreitet hat und jetzt diese Zeitschleifen in denen ich und Christina stecken ausgelöst hat“, erklärte Julian ungewöhnlich gefasst und konnte bei den drei Damen lediglich Verwirrung im Gesicht erkennen. Das war wohl etwas zu viel Wissenschaft für sie gewesen.
„Wenn sie einen Riss gebildet haben, der sich auf diese Weise ausgebreitet hat, sind die Monster der Plage die wir gesehen haben und Zeitschleifen das weit geringste Problem“, begann sich die Computerstimme nun zu Wort zu melden und irritierte alle vier Menschen im Raum, inklusive Julian mit dieser Aussage. Plötzlich erinnerte sich Julian an das gewaltige dreiköpfige Super-Kaiju-Monster dass er bereits in zwei seiner Zeitschleifen gesehen hatte.
„Ihr meint dieses drei-köpfige Viech, dass in den vorigen Loops die gesamte Armee platt gemacht hat?“, warf er dann immer noch verwirrt ein.
„Was du beschreibst ist ein Omega der Plage, Terraner. Die Bedrohung von der ich gesprochen habe, ist weitaus schlimmer als ein Omega“, antwortete die Übersetzerstimme. „Wenn sie tatsächlich einen Sigma in dieses Universum gerufen haben gibt es nichts was wir noch unternehmen könnten“, fügten die Aliens dann noch hinzu.
„Wieso das denn? Was ist so schlimm an diesem Sigma-Dingsda?“, warf nun Kim ein.
„Der Sigma ist das höchste Wesen der Plage und kontrolliert diese. Er verfügt über gewaltige Ausmaße, Angriffs- und Defensiv-Kapazitäten und hat einen dimensionalen Kristall in seinen Körper integriert. Sobald er stirbt, wird er den Zyklus zurück setzen“, erklärten die Aliens und Julian konnte nicht vermeiden, dass er schlucken musste. Diese Bestie klang selbst nach allem was er bereits gesehen, erlebt und durchgemacht hatte noch furchterregend.
„Dann hat das Vieh also die gleichen Fähigkeiten wie Julian und Christina?“, fragte Sandra noch einmal genauer nach.
„Das ist korrekt“, antwortete die Übersetzerstimme und einen kurzen Moment sagte niemand etwas, da alle vier Menschen zu sehr damit beschäftigt waren diese Information zu verdauen.
„Naja… Keiner von uns beiden hat so einen Sigma jemals zu Gesicht bekommen, also ist er wahrscheinlich gar nicht da“, kommentierte nun Christina, die offensichtlich versuchte ein paar positive Punkte in der negativen Situation zu finden. Und dabei wusste sie das schlimmste ja noch überhaupt gar nicht.
„Das ist korrekt. Allerdings steigt die Chance seines Erscheinens mit jeder Zeitschleife die vergeht“, erklärten die Aliens weiter.
„Ich verstehe…“, kommentierte Julian ziemlich niedergeschlagen, denn es bedeutete auch, dass er nicht mehr leichtfertig die Zeit zurück setzen durfte um seine Pläne ausführen zu können.
„Hat er denn auch irgendetwas gesagt wie wir dem Ganzen ein Ende setzen können?“, warf nun Sandra ein und riss Julian zurück in die Realität. Aber sollte er diese Information wirklich mit den anderen teilen? Wer wusste schon wie sie darauf reagieren würden?
„Um den Riss zu schließen muss jemand mit sehr hohen Chronoton-Werten… Also Christina oder ich… Zu dem Kristall gehen und ihn berühren. Er hatte mir erklärt wie es genau funktioniert und dass die Chronotonen über den Kristall die Raum-Zeit versiegeln und dann alles reparieren oder so ähnlich. Allerdings lief es einfach darauf hinaus, dass wir das Ding berühren müssten. Aber er kann nicht genau sagen was dann mit demjenigen passiert der es tut. Im schlimmsten Fall könnte derjenige komplett aus der Zeit gelöscht werden“, erklärte Julian weiter und schockierte die drei Damen offensichtlich sehr. Kim hob sogar schnell die Hand vor den Mund und Sandra gab einen schockierten Laut von sich.
„So als ob derjenige nie existiert hätte?“, versicherte Christina sich noch einmal und Julian nickte lediglich zustimmend mit dem Kopf.
„Das erscheint uns das wahrscheinlichste Szenario zu sein, Terraner“, meldete sich auch noch die Übersetzerstimme und schockierte Julian noch weiter.
„Das bedeutet einer von euch beiden muss sich opfern um die Sache hier zu beenden?“, warf nun auch noch Kim ein und auch dieses Mal nickte Julian einfach nur zustimmend.
„Nein! Das werde ich nicht einfach hinnehmen. Dieser Palmer ist auch nur ein Mensch und bestimmt gibt es irgendeinen anderen Weg, den er nur nicht kannte“, rief nun Sandra aus und schlug wütend beide Fäuste auf den Tisch, was die anwesenden Aliens kurz aufschrecken ließ, zum Glück jedoch nicht mehr.
„Im nächsten Loop werden wir uns an die nächst gelegene Universität wenden oder sowas. Dann werden sich Leute das Problem ansehen die von der Sache wesentlich mehr verstehen als wir“, schlug nun Kim vor.
„Ich hätte da noch eine bessere Idee“, meldete Christina sich zu Wort. „Ihr könntet uns helfen“, sagte sie dann und sprach die fünf anwesenden Aliens direkt an. „Es ist in eurem Interesse dass diese Sache beendet wird. Dann werden auch diese Monster nicht in unsere Welt kommen und ihr müsst gar nicht hier sein. Aber wir beide werden nicht kooperieren wenn es das Ende von einem von uns bedeutet und dann kommt eben dieses Sigma-Viech in unsere Welt vor dem ihr solche Angst habt“, erklärte sie den fremden Wesen weiter.

Die Spannung im Raum war absolut spürbar geworden. Julian konnte nicht mehr im geringsten abschätzen wie diese Aliens jetzt reagieren würden. Es wäre möglich dass sie ihn und Christina sofort gefangen nehmen würden und Kim und Sandra auf der Stelle töten würden nach dieser Ansage. Dann würden sie einen von beiden einfach mit Gewalt dazu zwingen zu kooperieren. Anscheinend zog sich diese Spannung jedoch auch durch die Reihen der Aliens, denn diese fünf schienen sich nicht um geringsten einig zu sein. Hektischer und aggressiver als jemals zuvor schienen sie ihre seltsamen Laute auszutauschen, die immer noch keiner der Vier zu verstehen schien. Einer schlug mit der Faust auf den Tisch und schockierte nun stattdessen die vier Menschen, dann schubste ein anderer seinen Kollegen. Dann hob der größte der fünf seine Arme und schien die anderen vier zu beschwichtigen. Anscheinend waren sie im Anschluss zu einer Einigung gekommen.
„Wir werden euch helfen. Unsere Wissenschaftler werden sich der Sache umgehend annehmen, Terraner“, sprach die Übersetzerstimme nun und alle vier atmeten erleichtert aus.
„Wie lange wird es dauern?“, warf nun Christina noch schnell ein.
„Das lässt sich unmöglich vorher sagen. Und es ist unabdingbar, dass die vier Terraner aus Sicherheitsgründen bei eingeschränkter Bewegungsfreiheit für die Dauer dieser Forschungsarbeiten auf diesem Schiff bleiben. Wir können nicht riskieren den Zyklus erneut zu starten“, antworteten die Aliens. „Damit ist dieses Treffen beendet. Die Entscheidung ist endgültig“, kommentierten sie dann noch und verließen dann nacheinander den Raum. Julian sollte mit Christina, Sandra und Kim zurück bleiben.
„Na toll… Jetzt sollen wir hier bei ihnen bleiben, für unbestimmte Zeit, während da unten auf der Erde alle sterben oder schon tot sind“, kommentierte Christina niedergeschlagen.
„Was sollen wir denn die ganze Zeit über machen? Ich hab nicht mal Klamotten zum Wechseln mitgenommen!“, stellte Kim nun erschrocken fest.
„Und das dann vielleicht über mehrere Monate oder Jahre?“, fügte Sandra noch hinzu.
„Ihr müsst euch keine Sorgen machen. Ich werde nochmal versuchen mit ihnen zu reden“, meldete sich Julian nun zu Wort.
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Yoah... Ich hab mich tatsächlich hingesetzt und das Ding hier in 3 Tagen noch zusammen getippt. Es hat sich allerdings auch irgendwie wie geschnitten Brot schreiben lassen. ^^" Eigentlich hat´s nur zwei Tage gedauert... Und dann hab ich noch einen gerätselt ob ich das Ding tatsächlich bringen soll. ^^" :headbang: Wie ihr sehen könnt hab ich mich dazu entschieden es zu bringen. Wir sind hier immerhin a) im Horror-Bereich und b) ist die Szene für mich eigentlich eher vergleichbar mit der wo Ramsey Bolton in Game of Thrones von seinen eigenen Hunden gefressen wird. Ich bin nicht unbedingt unzufrieden mit meinem Erzeugnis, aber denke natürlich wie meistens dass es eigentlich noch wesentlich besser geht. Ich hoffe irgendwer fand die Szene genauso befriedigend zu lesen wie ich es fand sie zu schreiben und dass alle Leser auch in ungefähr zwei Wochen zum nächsten Teil wieder mit dabei sein werden.
Bis dahin mal...
:grinsundweg: :suw: :ichmussweg: