Star Trek: Voyager - Across the Unknown
Verfasst: Mi 18. Feb 2026, 22:52
Star Trek: Voyager – Across the Unknown punktet in erster Linie mit seiner hohen Wiederspielbarkeit. Durch unterschiedliche Herangehensweisen beim Ausbau der Voyager und verschiedene Strategien im Techtree fühlt sich nicht jeder Durchlauf gleich an. Besonders der große Technologiebaum weiß zu überzeugen, weil er auch ungewöhnliche Features wie Tarnung oder Disruptoren bietet. Das sorgt zumindest anfangs für echte Neugier. Richtig stark sind außerdem die 3D-gerenderten Zwischensequenzen, die mit hoher Detailgenauigkeit glänzen und optisch deutlich mehr hermachen als der Rest des Spiels. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man die Voyager – entsprechende Technologien vorausgesetzt – nach den eigenen Vorlieben umbauen kann. Das vermittelt ein gewisses Gefühl von Kontrolle und Individualisierung.
Neutral fällt vor allem die Musik auf. Der Originalsoundtrack ist stimmig und passt zur Atmosphäre, bleibt aber insgesamt eher unauffällig im Hintergrund. Bei der Sprachausgabe merkt man, dass zu wenige Originalsprecher im Englischen dabei sind, und auch die deutsche Synchronisation wirkt nicht durchgehend hochwertig. Das Speichersystem ist ebenfalls diskutabel: Aktuell sind keine klassischen Savegames möglich. Sinnvoller wäre eine Abstufung je nach Schwierigkeitsgrad – im Story-Modus jederzeit speichern und laden, im normalen Modus zu Beginn jedes Events und im Survival-Modus zu Beginn jedes Sektors. Die automatischen Zufallswerte beim Ressourcenfarmen und bei Events wirken zudem unnötig passiv; ein kleines Minispiel mit aktiver Beteiligung würde deutlich mehr Dynamik bringen. Problematisch ist auch, dass man relativ schnell herausfindet, welche Technologien und Gebäude Priorität haben. Dadurch verliert der Survival-Aspekt stark an Spannung, weil die Voyager und ihre Crew nach kurzer Zeit kaum noch ernsthafte Probleme bekommen. Insgesamt bleibt das Gameplay trotz guter Grundidee recht flach und schöpft sein Potenzial nicht aus.
Negativ stechen vor allem die 2D-Zeichnungen der Schiffe und Charaktere sowie die 3D-Modelle der Figuren hervor – beides wirkt qualitativ schwach und teilweise schlicht unschön. Dazu kommt, dass Texte nicht immer komplett übersprungen werden können; ständig die Maustaste gedrückt halten zu müssen, ist auf Dauer lästig. Das gesamte Design orientiert sich spürbar an Handyspielen, was nicht jedem gefallen dürfte. Gespielt wird auf einem 2D-Spielfeld mit festen 3D-Objekten, auf dem sich die Voyager lediglich hin und her bewegt – spielerisch ist das sehr eingeschränkt. Trotz levelnder Heldencrew gibt es keine echten RPG-Mechaniken, was verschenktes Potenzial ist. Hinzu kommen stark repetitive Aufgaben, vor allem beim Ressourcensammeln, und insgesamt zu wenig Abwechslung. Das Tutorial ist leider ein echter Stimmungskiller. Es lässt sich weder überspringen noch deaktivieren und erscheint bei jedem neuen Spielstart erneut – selbst wenn man längst alles auswendig kennt. Gerade bei einem Titel mit hoher Wiederspielbarkeit ist das unnötig frustrierend und bremst den Spielfluss spürbar aus. Eine einfache Option zum Überspringen oder Abschalten wäre hier absolut notwendig.
Unterm Strich steckt eine gute Idee hinter dem Spiel, aber die Umsetzung bleibt deutlich hinter den Möglichkeiten zurück.